Isnard Frank OP (1930-2010): Neues Buch zur Sozialgestalt des Dominikanerordens erschienen

 

Coverabb.: Benno Verlag

[01.12.2021] In der vom Institut M.-Dominique Chenu Berlin herausgegebenen Reihe "Dominikanische Quellen und Zeugnisse" (DQZ) ist ein neuer Band erschienen. Das von dem Münsteraner Kirchengeschichtler Prof. Dr. Klaus-Bernward Springer verantwortete Buch des ehemals an der Universität Mainz lehrenden Dominikaners und Ordenshistorikers Prof. Dr. Isnard W. Frank OP (1930–2010) befasst sich mit der Sozialgestalt des Predigerordens. Da Ausbreitung und Tätigkeit sich fast ausschließlich in den Städten vollzogen, kann man die Bettelorden als verstädterte Gestalt des abendländischen Mönchtums bezeichnen. Die den Bettelorden eigentümlichen gemeinsamen Merkmale sind davon mitbestimmt: Verzicht auf herrschaftsfördernden Besitz und Einkünfte; Seelsorge an den Laien im Zuschnitt der zeitgebundenen Bedürfnisse in Form von Unterweisung und kultisch-sakramentalen Dienstleistungen; korporative Verfassung als ortsunabhängige Personenverbände. Fachlich fundiert und dabei in allgemeinverständlicher Sprache thematisiert Prof. Dr. Isnard W. Frank OP (1930–2010) die sozialen und kirchlichen Kontexte dominikanischer Predigt im Mittelalter: Bettelordensarchitektur, Dominikanerinnen, pfarrähnliche Konkurrenzseelsorge, ökonomische Rahmenbedingungen, Inquisition…

Der Autor: Isnard W. Frank OP (1930–2010), Dr. phil. habil., Lect. Theol.; 1953 Eintritt in den Dominikanerorden; 1969–1972 Lektor für Kirchengeschichte an der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Dominikaner in Walberberg (Albertus-Magnus-Akademie); 1979–1995 Professor für Mittlere und Neue Kirchengeschichte an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Mainz; 1993–2010 Gründer und Leiter des "IGDom – Institut zur Erforschung der Geschichte des Dominikanerordens im deutschen Sprachraum".

Der Herausgeber: Klaus-Bernward Springer (geb. 1962), Dr. theol. habil.; seit 2016 Professor für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Münster; Geschäftsführer des "Instituts zur Erforschung der Geschichte des Dominikanerordens im deutschen Sprachraum", Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Archiv der Dominikaner-Provinz Teutonia, Köln.

 

Bibliographische Angaben: Isnard W. Frank, Verstädtertes Mönchtum. Zur Sozialgestalt des Dominikanerordens (Dominikanische Quellen und Zeugnisse Bd. 23), Benno Verlag Leipzig 2021, 208 S., € 14,95, ISB 978-3746260662.

 

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Christian Bauer OPL gibt Festschrift für Rainer Bucher mit heraus 

 

Abb.: Echter Verlag

[16.11.2021] Wie weiter gehen – weiter als bisher, auf eingetretenen wie ungewissen Wegen, mit Neugier und Lust auf Entdeckungen, mit bekannten und ungewöhnlichen Menschen, in der Theologie und darüber hinaus? Wie geht (es für) Prof. Dr. Rainer Bucher (Lehrstuhlinhaber für Pastoraltheologie an der Theologischen Fakultät der Universität Graz/Österreich) weiter, dem dieser Sammelband zu seinem 65. Geburtstag und seiner bevorstehenden Emeritierung gewidmet ist?

Die Beiträge des Buches zielen nicht auf Bilanzierendes und Abschließendes, sondern auf Öffnendes und Weiterführendes. Sie verstehen sich als Roadmap für die inhaltliche Auseinandersetzung, in der die Themen Rainer Buchers aufgegriffen, um- und weitergedacht werden und in der auch durch ihn inspiriert Neues in den Raum gestellt wird. Dem Beschreiten neuer Formen, Settings, Räume, Orte und Zeiten sollen dabei keine Grenzen gesetzt sein – suchend und fragend, lustvoll und furchtlos, vertraut kontrovers und in Begegnung.

Zusammen mit Ao. Prof. Dr. Maria Elisabeth Aigner (Pastoraltheologie und Pastoralpsychologie, Universität Graz), Prof. Dr.  Birgit Hoyer (Leiterin des Bereichs Bildung im Erzbistum Berlin), Prof. Dr. Michael Schüßler, Dipl.-Päd. (Praktische Theologie, Universität Tübingen), und Apl. Prof. Dr. Hildegard Wustmans (Dezernentin für Pastorale Dienste im Bistum Limburg) zeichnet Prof. Dr.  Christian Bauer OPL (Pastoraltheologie und Homiletik, Universität Innsbruck / Institut M.-Dominique Chenu Berlin) für die Herausgabe der Festschrift verantwortlich.

 

Bibliographie: Maria Elisabeth Aigner / Christian Bauer / Birgit Hoyer / Michael Schüßler / Hildegard Wustmans (Hrsg.), Weiter Gehen. Eine Roadmap ins Offene (FS Rainer Bucher), Echter-Verlag Würzburg 2021, 392 S., € 39,00, ISBN 9783429057008.

 

Zum Buch auf der Website des Echter Verlags Würzburg >>

 

Zur Website der Lehrstuhls von Prof. Dr. Christian Bauer >>

 

 

 

 

 

Max Cappabianca OP fordert mehr Selbstkritik von der Kirche 

 

Abb.: Katholisch.de

[05.11.2021] Manchmal wird beklagt, die Kirche würde - etwa beim Thema Missbrauch - in der Öffentlichkeit zu sehr an den Pranger gestellt. Doch es sei problematisch, wenn die Kirche nur als Opfer des medialen Diskurses dargestellt werde, kommentiert Max Cappabianca OP (Dominikanerkommunität Chenu Berlin / Katholische Studierendengemeinde Edith Stein Berlin) auf Katholisch.de. 

In seinem "Standpunkt" schreibt der Theologe und Journalist Cappabianca:

"Wenn der Kirche ihre Skandale vorgehalten werden, dann wird innerkirchlich zuweilen beklagt, dass mit zweierlei Maß gemessen würde. Missbrauch sei keineswegs ein 'katholisches Problem. In absoluten Zahlen gäbe es in Familien und anderswo viel mehr Fälle von Missbrauch als in der Kirche. Aber darüber schwiegen die Medien.

Oder das Problem der 'Residential schools' in Kanada: Das sind Umerziehungseinrichtungen, in denen Kinder von Indigenen von ihren Müttern brutal getrennt wurden, um sie kulturell zu assimilieren. Seitdem bekannt wurde, dass auch in Einrichtungen der katholischen Kirche zahlreiche Kinder zu Tode kamen und in Massengräbern verscharrt wurden, ist das Entsetzen groß. Allerdings habe die katholische Kirche ja nicht allein bei diesem System mitgemacht. Auch Kinderheime anderer Konfessionen und staatliche Einrichtungen hätten systematisch Kindesraub begangen. Wenn der kanadische Premier nun eine Entschuldigung von der katholischen Kirche fordere, sei das verlogen, denn schließlich hätte die Kirche im Auftrag des Staates so gehandelt. Noch unglaubwürdiger werde diese Haltung, wenn der kanadische Staat Entschädigungsleistungen verweigere. (...)"

 

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