Th. Eggensperger OP und U. Engel OP veröffentlichen in neuem PTH-Band 

Coverbild: Aschendorff Verlag Münster

[15.12.2019] Verunsicherung kann heilsam sein; sie kann aber auch zu Zerrissenheit, Angst und Unfrieden führen. Nicht selten dient sie als Entschuldigung für das Ausbleiben von entschiedenem Einsatz oder provoziert panische Reaktionen, wie Ab- und Ausgrenzungen. Sie hat im Menschen viele Facetten: physisch, emotional und intellektuell und verursacht gesellschaftliche Verwerfungen. Unter dem Titel „Frieden – Spiritualität in verunsicherten Zeiten“ nehmen die Autorinnen und Autoren der Perspektive ihrer jeweiligen Fachdisziplin die Gegenwart in den Blick. Theologie der Spiritualität, Gesellschafts- und Humanwissenschaften suchen das Gespräch. Was und wie kann christliche Spiritualität tragfähige Hinweise für eine Lebensführung geben, die sich der prägenden Herausforderung der Gegenwart stellt: „Verunsicherung“.

Der von Prof. Dr. Thomas Möllenbeck (Professor für Dogmatik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Münster) und Prof. Dr. Ludger Schulte OFMCap (Professor für Dogmatik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Münster) verantwortete Band versammelt die Beiträge des Dies und des Actus Academicus der PTH Münster 2018 in überarbeiteter Form. Ergänzt werden die Artikel von Texten verschiedener Hochschullehrer*innen an der Philosophisch-Theologischen Hochschule (PTH) Münster.

Seitens des Instituts M.-Dominique Chenu Berlin sind Prof. Dr. Thomas Eggensperger OP, M.A. und Prof. Dr. Ulrich Engel OP mit je einem Beitrag in dem Sammelband "Frieden. Spiritualität in verunsicherten Zeiten" vertreten. Engels ´politisch-theologischer Beitrag reflektiert unter der Überschrift "Das europäische Friedensprojekt in Zeiten krisenhafter Verunsicherung" über die Notwendigkeit einer Leerstelle der Macht in einer offenen Demokratie (S. 157-169); Eggenspergers Aufsatz trägt den Titel "Verunsicherung trotz Wahrheit" und thematisiert gesellschaftliche Phänomene der Verunsicherung und markiert Auswege aus sozialethischer Sicht (S. 334-38). 

Bibliographie: Thomas Möllenbeck / Ludger Schulte (Hrsg.), Frieden. Spiritualität in verunsicherten Zeiten, Aschendorff Verlag Münster 2020, 446 S., € 29,80, ISBN 978-3-402-24642-9.

 

Ankündigung des Buches und Bestellmöglichkeit auf der Website des Aschendorff Verlags >>

 

 

 

 

 

Auszeichnung in Berlin-Brandenburgischer Akademie der Wissenschaften übergeben

Foto: dominikaner-werden.de/kontakt/

[14.12.2018] Anfang 2019 wurde Dr. phil. Dennis Halft OP, Dipl.-Theol. (Martin Buber Society of Fellows in the Humanities and Social Sciences at the Hebrew University, Jerusalem / Institut M.-Dominique Chenu Berlin), für seine Dissertationsschrift „The Arabic Vulgate in Safavid Persia: Arabic Printings of the Gospels, Catholic Missionaries and the Rise of Shiite Anti-Christian Polemics“ der „Alexander-Böhlig-Preis“ zuerkannt. Die Auszeichnung wird für hervorragende Promotionen und Habilitationen aus dem Fachgebiet des Christlichen Orients und der antiken Christengeschichte der östlichen Reichshälfte verliehen.

Ausgelobt ist der Preis von der „Gertrud-und-Alexander-Böhlig-Stiftung“. Diese erinnert an das Lebenswerk des Ehepaares Prof. Dr. theol. Dr. phil. Alexander Böhlig (+ 1996) und seiner Ehefrau Dr. Gertrud Böhlig (+ 1999) und widmet sich der Förderung der Sprachen und Kulturen des Christlichen Orients unter besonderer Berücksichtigung von Geistesströmungen der Gnosis und des Manichäismus sowie des Einflusses der griechischen und jüdischen Kultur auf die östliche Hälfte des römischen Reiches und dessen Nachfolgerstaaten.

Im Rahmen der „Hans-Lietzmann-Vorlesung“ am 13. Dezember 2019 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW) überreichte Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Christoph Markschies (Theologische Fakultät der Humboldt Universität zu Berlin) den Preis an den Geehrten. In seiner Replik skizzierte Halft seinen Forschungsbereich mit Blick auf transdisziplinäre Untersuchungsansätze zur Bibelexegese und Schrifttradierung in der Spätantike, wie sie in der altertumswissenschaftlichen Forschung der BBAW praktiziert werden.

Herzlichen Glückwunsch unserem Mitarbeiter Dennis Halft OP!

 

Link zur „Hans-Lietzmann-Vorlesung“ in der BBAW 2019 >>

Information über die Gertrud-und-Alexander-Böhlig-Stiftung >> 

 

 

 

 

 

Ulrich Engel OP leitet Workshop zu M. Foucaults "Pastoralmacht"

Abb.: Thomas Morus Akademie, Bensberg

[10.12.2019] Das Thema Macht ist virulent und elektrisiert viele gerade auch im kirchlichen Umfeld. Das hat seine Gründe. Kirche und Macht haben seit der konstantinischen Zeit eine besondere Affinität. Macht ist in der DNA von Kirche bis heute verankert, auch mit ihren dunklen Seiten, die der Missbrauchsskandal und die hierdurch ausgelöste Diskussion ans Tageslicht gebracht hat. Macht auszuüben speist sich aus der Asymmetrie im Zugang und der Verfügbarkeit von Machtmitteln. Das ist per se weder gut noch schlecht. Entscheidend ist, wie diese Mittel eingesetzt werden.

Die Ausübung von Macht wird destruktiv, wenn Machtasymmetrie verschleiert wird, wenn Machtverhältnisse intransparent sind, einem rationalen Diskurs entzogen und immunisiert werden, wenn Machtausübung dazu dient, die eigene Verletztheit und Verletzlichkeit zu kompensieren. Machtausübung wird in besonderer Weise destruktiv, wenn die Kommunikationspartner das Feld nicht ohne Schaden verlassen können, weil sie klein, bedürftig oder in irgendeiner Form abhängig sind oder gehalten werden.

Umgekehrt wird Macht in sozialen Beziehungen und organisatorischen Zusammenhängen konstruktiv ausgeübt, wenn es um das Wohl des Ganzen und der Beteiligten geht. Konstruktive Machtausübung zielt immer auf Emanzipation und Empowerment.

Am 4./5. Dezember 2019 fand im Kardinal-Schulte-Haus in Bensberg der 6. Strategiekongress statt. Der Kongress, veranstaltet von kairos Coaching-Consulting-Training, Thomas Morus Akademie, Bistum Trier und IPOS, versammelte mehr als 180 Teilnehmer*innen. Er stand unter dem Motto „Macht“ und zeigte sich personell, inhaltlich, methodisch und ästhetisch sehr vielfältig.

Prof. Dr. Ulrich Engel OP (Institut M.-Dominique Chenu Berlin / Philosophisch-Theologische Hochschule Münster) leitete am 2 . Kongresstag einen Workshop zum Thema „‚Pastoralmacht‘. Wie Kirche auf Lebensführung und Seelen von Menschen Einfluss nimmt“. Dazu rekurrierte er auf den französischen Philosophen Michel Foucault († 1984), der Zeit seines Lebens Phänomene der Macht untersucht hat. Eine besondere Machtform ist die „Pastoralmacht“. Im Typus des Hirten (= Pastor) kennen auch die christlichen Kirchen diese Machtgestalt – mehr noch: sie haben sie sogar erfunden! Pastoralmacht schillert zwischen Fürsorge und Kontrolle. In Engels Workshop war Kreativität gefragt: Nach einer kurzen theoretischen Einführung diskutierten die Teilnehmer*innen u.a. die Frage, was von Foucaults Theorie-Ansatz hinsichtlich der dringend notwendigen pastoralen Ermächtigung und Subjektwerdung der Gläubigen zu lernen sei.

 

Zur Kongresswebsite >>

 

 

 

 

 

 

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Lehrveranstaltungen WS 2019/20


PTH Münster
• HS (M19): Politische Philosophie und die "Neue Rechte" (Engel) >>
 
Universität Potsdam
HS: Orden - eine zeitgemäße Lebensform? (Eggensperger / Engel) >>
 
KU Eichstätt-Ingolstadt
VL/Ü: Kirche und Stadt. Sozialethische Erwägungen (Eggensperger) >>
 
Universität Hannover
Seminar: Gott und Wahrheitsfrage. Zu Michel Foucault (Eggensperger) >>
 
Universität Vechta
• VL: Ethik der Nachhaltigkeit: Wirtschaftsethik (Eggensperger) >>
• Seminar: Glaube und Moderne - Kirche und Stadt (Eggensperger) >>
 
Universität Innsbruck
• Diverse Lehrveranstaltungen (Bauer) >>
 
 
 

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