Ulrich Engel OP präsentiert Mikroskizze zur Spiritualität des Ordenslebens

 

[14.01.2019] Prof. Dr. Christian Bauer OPL (Professor für interkulturelle Pastoraltheologie an der Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck und Non Resident Fellow am Institut M.-Dominique Chenu Berlin) hat im Matthias Grünewald Ostfildern zusammen mit Dr. Marco A. Sorace (Bischöfliche Akademie Aachen) den ersten deutschsprachigen theologischen Sammelband zum Werk des französischen Historikers und Kulturanthropologen Michel de Certeau SJ vorgelegt.

Michel de Certeau (1925-1986) avanciert gerade vom kulturwissenschaftlichen Geheimtipp zur theologischen Pflichtlektüre. Sein "heterologisches" Denken an der Schnittstelle von Mystikgeschichte, Psychoanalyse, Ethnografie und Semiotik war schon spätmodern, als die meisten in Theologie und Kirche erst einmal modern sein wollten. Das Buch eröffnet in den Beiträgen etablierter Expert*innen den Diskurs in eine neue Generation von Theologinnen und Theologen hinein sowie in die Theologie insgesamt. Es wird deutlich: Certeau verkörpert eine überzeugende Erinnerung an die Zukunft christlicher Rede von Gott in den Pluralitätsstrudeln der Gegenwart.

Neben Bauer hat sich seitens des Institut M.-Dominique Chenu Berlin auch Prof. Dr. Ulrich Engel OP (PTH Münster) mit einem Beitrag an dem Sammelband beteiligt. Autor*innen sind Christian Bauer OPL (Innsbruck), Joachim Valentin (Frankfurt/M.), Daniel Bogner (Fribourg), Hadwig Müller (Aachen), Michael Eckert (Tübingen), Michael Schüßler (Freiburg/Br.), Gregor Maria Hoff (Salzburg), Margit Eckholt (Osnabrück), Judith Gruber (Leuven), Johannes Hoff (London), Jörg Seip (Bonn), Hildegund Keul (Würzburg), Marco A. Sorace (Aachen), Johanna Breidenbach (Zürich), Gerrit Spalleck (Hamburg), Christian Kern (Leuven) und Ulrich Engel OP (Berlin/Münster).

 

Beiträge aus dem Institut M.-Dominique Chenu Berlin:

Ch. Bauer, Verwundeter Wandersmann? Michel de Certeau - eine biographische Spurensuche, in: in: ders. / M.A. Sorace (Hrsg.), Gott, anderswo? Theologie im Gespräch mit Michel de Certeau, Ostfildern 2019, 13-81.

U. Engel, „Nicht ohne“. Mikroskizze zu einer kenotisch resp. inkarnatorisch formatierten praktischen Spiritualität des Ordenslebens im Anschluss an Michel de Certeau SJ, in: Ch. Bauer / M.A. Sorace (Hrsg.), Gott, anderswo? Theologie im Gespräch mit Michel de Certeau, Ostfildern 2019, 417-440.

 

Bibliographie zum Buch: Christian Bauer / Marco A. Sorace (Hrsg.), Gott, anderswo? Theologie im Gespräch mit Michel de Certeau, Matthias Grünewald Verlag Ostfildern 2019, 444 S., € 45,00 (D), ISBN 978-3-7867-4027-8.

 

 

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"Führen und Leiten. Kirche lernt fremd"

 

[12.01.2019] "Der Untertitel unseres Heftes „Kirche lernt fremd“ verweist auf die zentrale Fragestellung: Ist es sinnvoll, Praktiken, Formen und Methoden von Führung und Leitung, wie sie in der freien Wirtschaft Standard sind, kirchlicherseits zu adaptieren oder gar im Blick auf die Entwicklung eigener Führungsmodelle und Leitungsstile übernehmen?

Die Thematik wird auf verschiedenen Ebenen abgearbeitet: Valentin Dessoy (Mainz) bearbeitet die Strukturen der Pfarrei von morgen und fragt dabei, wie die Verantwortlichen Führung zu übernehmen und gleichzeitig Macht abzugeben haben. Die Bistumsebene wird von einem Generalvikar diskutiert: Klaus Pfeffer (Essen) reflektiert den Zukunftsprozess der Diözese Essen und diskutiert dabei die Herausforderung, Führung in Zeiten von Veränderung zu übernehmen. Seitens der Verbände rezipiert Ulrich Hemel (Tübingen) die 10 Gebote für den Bund Katholischer Unternehmer (BKU). Über inhaltliche und strategische Umbauarbeiten innerhalb der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) berichtet Heide Mertens (Düsseldorf), über neue Strukturen einer überalterten Ordensgemeinschaft Diethilde Bövingloh OSF (Münster). Der ehemalige Direktor der päpstlichen Bank „Istituto per le Opere di Religione“ (IOR), Ernst v. Freyberg (Frankfurt/M.) formuliert in globaler Perspektive Thesen zum wirtschaftlichen Führen in der Kirche. Scholastika Jurt OP (Arenberg) hinterfragt paradigmatisch den Führungsstil der Stifterin ihrer Kongregation, Schwester M. Cherubine Willimann OP.

Es zeigt sich, dass Kirche von Wirtschaft viel gelernt hat, aber sich dennoch weiter inspirieren lassen könnte – und dies durchaus mit einer kritischen Perspektive. Von dieser Vielseitigkeit der Führungskonzepte in der Wirtschaft berichtet nicht zuletzt Benedikt Jürgens (Bochum)." (Editorial)

 

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Ulrich Engel OP: Hauptreferent zum Thema "Geben und Nehmen"

Logo: Alexianer GmbH

[10.02.2019] Die zunehmende Ökonomisierung des Gesundheitssektors stellt speziell die kirchliche Träger von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen vor die Frage, wie mit der Spannung zwischen wirtschaftlichen Anforderungen einerseits und dem christlichen Anspruch andererseits umzugehen ist. Einfache Antworten gibt es nicht. Spannungen müssen ausgelotet (und oftmals auch ausgehalten) werden. Was bedeutet es vor diesem Hintergrund, eine katholische Einrichtung zu führen? Thema der Tagung lautete "Geben und nehmen". In diesem Zusammenhang lautete Engels Leitfrage: Wie funktioniert Nächstenliebe unter dem wirtschaftlichen Vorzeichen?

Diese und andere heute drängende Fragen thematisierte Prof. Dr. Ulrich Engel OP (Institut M.-Dominique Chenu Berlin / Philosophisch-Theologische Münster) auf dem Geistlichen Jahrestreffen 2019 der Alexianer - die Alexianer beschäftigen in ihren Einrichtungen ca. 150.000 Mitarbeiter*innen. Vor 125 Teilnehme*innen der Führungsebene der Alexianer - Stiftung, GmbH, Einrichtungen vor Ort -, die sich Anfang Februar im Kardinal Schulte Haus in Bensberg versammelt hatten, präsentierte Engel vorläufige Antworten aus verschiedensten Blickwinkeln:  

aus dem Blickwinkel der Wirtschaftsanthropologie, ist doch der Mensch im christlichen Verständnis immer mehr als bloß ein zahlender oder zahlungskräftiger Kunde;

aus dem Blickwinkel der Sozialethik, ist doch der Wert eines geretteten Lebens nicht in den Größen des ganz anders funktionierenden Geld-Wertes zu bemessen;

aus dem Blickwinkel der Ordensgeschichte, waren doch klösterlich-spirituelle Orte in der Geschichte vielfach Motoren für die wirtschaftliche Entwicklung in ihrer Region;

aus dem Blickwinkel der Theologie, ist doch Gottes Gnade immer und zuerst ein Geschenk und verlangt nicht nach Tauschgerechtigkeit.

Spannende Diskussionen förderten manche Desiderate ans Tageslicht. Zugleich förderte das Gespräch das Verständnis für die jeweilig anderen Sichtweisen.

 

 

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Lehrveranstaltungen WS 2019/20


PTH Münster
• HS (M19): Politische Philosophie und die "Neue Rechte" (Engel) >>
 
Universität Potsdam
HS: Orden - eine zeitgemäße Lebensform? (Eggensperger / Engel) >>
 
KU Eichstätt-Ingolstadt
VL/Ü: Kirche und Stadt. Sozialethische Erwägungen (Eggensperger) >>
 
Universität Hannover
Seminar: Gott und Wahrheitsfrage. Zu Michel Foucault (Eggensperger) >>
 
Universität Vechta
• VL: Ethik der Nachhaltigkeit: Wirtschaftsethik (Eggensperger) >>
• Seminar: Glaube und Moderne - Kirche und Stadt (Eggensperger) >>
 
Universität Innsbruck
• Diverse Lehrveranstaltungen (Bauer) >>
 
 
 

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