Institut M.-Dominique Chenu Berlin veranstaltet Katholikentags-Podium

 

Foto: Ulrich Engel OP

 

[26.05.2022] Wie schon in einer ganzen Reihe von Katholikentagen zuvor zeichnete auch in Stuttgart auf der 102. Ausgabe des Kirchentreffens wieder das Institut M.-Dominique Chenu Berlin für eine Podiumsdiskussion verantwortlich. Unter dem Titel "Mystik und Politik" diskutierten Ordensleute über ihr Engagement für Geflüchtete und das Gewähren von Kirchenasyl.

Orden - so die These der Veranstalter - haben ihre Stimmen zu gesellschaftlichen und politischen Reibungspunkten einzubringen. Am Donnerstag, den 26. Mai 2022, diskutierte Prof. Dr. Thomas Eggensperger OP, M.A. (Institut M.-Dominique Chenu Berlin / Campus für Theologie und Spiritualität Berlin) mit Äbtissin Mechthild Thürmer OSB (Abtei Kirchschletten), Sr. Dr. Katharina Ganz OSF (Generaloberin der Oberzeller Franziskanerinnen) und Br. Dieter Müller SJ (Jesuiten-Flüchtlingsdienst), wo und wie sie sich engagieren. Dabei berichtete Sr. Katharina, dass sie sich mit ihrer gesamten Kongregation einer Bleiberechtspetition an die Innenministerkonferenz angeschlossen hat. Gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Organisationen fordern sie von Bund und Ländern ein Bleiberecht für Geflüchtete. „Mystik und Politik lassen sich nicht trennen.“ Damit unterstützte sie die Perspektive von Br. Müller, der zuvor die Menschwerdung Gottes als Auftrag des Evangeliums an Christen insgesamt und als zentrale Motivation für seinen persönlichen Einsatz formuliert hatte. Äbtissin Mechthild, die dreimal wegen der Gewährung von Kirchenasyl angeklagt worden ist, droht mittlerweile eine empfindliche Freiheitsstrafe. Doch sie erfahre auch eine weltweite Solidarität, sagt sie, z. B. vom Vatikan oder von Klöstern in den USA und Australien: „Ein kontemplatives Leben, das sich nicht die Hände schmutzig macht, ist kein christliches Leben.“ Sr. Katharina schaute zurück und nach vorne, als sie nach Fragen aus dem Publikum zusammenfasste: „Angela Merkel hatte recht, als sie auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise sagte `Wir schaffen das´ Entscheidend ist doch: WOLLEN wir Menschen helfen?! Die Ordensleute betonten, dass sie nicht alleine sind in ihrem Engagement, dass sie unterstützt werden von Bischöfen und anderen Orden, von ökumenischen Partner*innen und auch von Nachbar*innen. Vor allem seien aber die Schwestern und Brüder der jeweiligen Gemeinschaft wichtig, denn sie unterstützten z.B. das Kirchenasyl mit kleinen Diensten, mit Gebet und Solidarität. Toll sei umgekehrt, dass die jeweilige Gemeinschaft angesichts der Geflüchteten im Haus etwas Neues über sich selbst und die eigene Spiritualität erfahre.

Teilnehmer*innen:
Sr. Dr. Katharina Ganz OSF, Generaloberin, Zell/Main
P. Dieter Müller SJ, Jesuiten-Flüchtlingsdienst, Nürnberg
Ursula Gräfin Praschma, Vizepräsidentin des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Nürnberg (wg. Krankheit abgesagt)
Äbtissin Mechthild Thürmer OSB, Benediktinerinnenabtei Maria Frieden, Zapfendorf 
Moderation: Prof. Dr. Thomas Eggensperger OP, M.A., Berlin
Veranstaltungsleitung: Prof. Dr. Ulrich Engel OP, Berlin
Anwalt des Publikums: Felix Geyer ISch, Berlin
Musik: Albert Frey, Forchtenberg

 

 

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