Ulrich Engel OP mischt sich in Antisemitismus-Debatte ein

  

Abb.: Herder

[03.07.2020] In der aktuell hochkochenden Debatte um den Historiker, Philosophen und Postkolonialismus-Theoretiker Achille Mbembe wird um Antisemitismus, Israelkritik und den postkolonialen Diskurs gerungen. Dabei geben Verengungen und Klischees bisweilen den Ton an. So wird der Einfluss der Befreiungstheologie auf das Denken Mbembes übersehen. Engel reagiert mit seinem Text auf einen Anwurf Thomas Assheuers gegen die Ausbildung Mbembes bei den Dominikanern in Kamerun: Tragische Ironie. Was hat Achille Mbembe von den Dominikanern gelernt?, in: Die Zeit vom 14. Mai 2020. Engel Antwortet mit einem Beitrag, den er überschrieben hat:

 


  

Tragische Fixierungen

Achille Mbembe, Antisemitismus und die Dominikaner
Von Ulrich Engel OP

Gestritten wird – nicht nur in den überregionalen Feuilletons – um das Verhältnis des renommierten Postkolonialismus-Theoretikers zum Judentum. Anlass dazu war seine Wahl als Eröffnungsredner der diesjährigen Ruhrtriennale (die inzwischen Corona-bedingt abgesagt wurde).

Mitte April 2020 warf der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe dem Kameruner Wissenschaftler vor, das Existenzrecht Israels zu leugnen und den Holocaust zu relativieren. Mbembe unterstütze die von deutscher Seite offiziell geächtete BDS-Bewegung („Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen“), deren erklärtes Ziel die ökonomische und politische Isolierung Israels sei. Zudem vergleiche er in unzulässiger Weise die Besatzung Palästinas durch Israel mit dem seinerzeitigen Apartheitsregime in Südafrika, so die Einlassungen der Kritiker. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, forderte kurze Zeit später gar die Absetzung der für die Einladung verantwortlichen Intendantin der Ruhrtriennale, Stefanie Carp. (…)

 


 

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