Joachim Kügler: "Jesus, der Kult und die Priester der Kirche"

 

[22.11.2014] Der Beitrag "Jesus, der Kult und die Priester der Kirche" des Bamberger Neutestamentlers Prof. Dr. Joachim Kügler - erstveröffentlich in der Dominikanerzeitschrift Wort und Antwort 46 (2005), S. 5-10 - erfährt aktuell ein zweites Leben. Der Text wurde in den von J. Kügler und seiner Salzburger Kollegin Marlis Gielen verantworteten Sammelband "Papst Franziskus und die Zukunft der Kirche. Neutestamentliche Orientierungsangebote" (S. 233ff.) aufgenommen.

Kügler schreibt u.a.: „(…) Je nach theologischem Temperament wird man den Rückzug des Priestertums auf den Beharrungswillen der Kirchenleitung, den bösen Zeitgeist oder auf die göttliche Vorsehung zurückführen. Wie auch immer – das katholische Priestertum war so lange ein prägendes Element kirchlicher Selbstkonstitution, dass es auf jeden Fall lohnt, sich damit zu beschäftigen, auch auf die Gefahr hin, damit fast nur noch historische Arbeit zu leisten. Das muss freilich den Bibelwissenschaftler, der ohnehin Spezialist für Vergangenes ist, nicht weiter stören. Was viel störender sein mag, ist die Art, wie die Frage nach dem Priestertum beantwortet wird, wenn man sie an das Neue Testament stellt. (…) Gemeinden, die ihre Existenz zukünftig ohne Priester organisieren müssen, brauchen keinen Dompteur, der sie ab und zu in eine bis zur Erstarrung durchgeregelte Prozedur zwängt, die rechtlich ebenso unbedenklich wie spirituell unerheblich ist, weil sie mit der ipsissima intentio Jesu kaum etwas zu tun hat. (…)"

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