1/2022: "Maß und Mitte. Zwischen den Rändern"

 

Abbildung: www.wort-und-antwort.de

[15.03.2022] Ist die Welt eine  "ohne Maß" (so der Philosoph Ralf Konersmann), oder lässt sich bei genauem Hinsehen doch so etwas wie ihre Mitte finden? Die neueste Ausgabe von „Wort und Antwort“ versucht zu differenzieren.

Der Sozialethiker Inocent-Mária V. Szanisló OP geht in seinem Beitrag ein auf die Tugend des Maßhaltens. Die temperantia meint zum einen, aus verschiedenen Teilen ein geordnetes Ganzes zu fügen, zum anderen aber hat es auch mit sich Zügeln zu tun (temperare). Auf dieser Grundlage setzt der Moraltheologe Rudolf B. Hein O.Praem. diesen Ansatz fort und geht – im Geiste von Platon, Aristoteles und des Thomas von Aquin – auf die konzeptuelle Maßlosigkeit des Maßhaltens ein. Es ist für ihn evident, dass Maßhalten weder allein Konsum- oder Nachhaltigkeitsstrategie noch ein sozialgeschichtlich vermitteltes Instrument der Triebunterdrückung ist. Existenzielle und psychologische Anmerkungen zum Maßhalten liefert der Moraltheologe und Sozial- und Verhaltenswissenschaftler Jochen Sautermeister, weil es prinzipiell eine Sehnsucht nach einem stimmigen Leben gibt. Maßhalten ist für ihn wesentlich für ethische Authentizität und personale Integrität und wird somit zur Grundlage für ein gutes, sinnvolles und erfülltes Leben. Sehr praktisch geht der Europaparlamentarier Damian Boeselager auf die Mitte ein: In der aktuellen Depolitisierung rät er dazu, sich wieder politisch zu engagieren und dabei möglichst in der Mitte zu bleiben, ohne in Extreme abzuschweifen. Er verweist hier auf die proeuropäische Partei „Volt“. Maß und Mitte in der chinesischen Geistesgeschichte beschreibt der Sinologe Heinrich Geiger, indem er auf den rationalen Geist des Konfuzianismus verweist – Mitte ist Harmonie.

Der Theologe Lucas L. Wieshuber OP geht auf den Dominikaner-Mystiker Luis de Granada (+1588) ein und skizziert den im deutschsprachigen Raum weitgehend unbekannten Denker als Mensch des Maßes und der Mäßigung. Der Theologe Anselm Grün OSB bietet eine Relecture des Buches „Wesen und Wandel der Tugenden“ von Otto F. Bollnow. Grüns spirituelles Konzept ist geprägt von Bollnow, sodass seine Interpretation von besonderem Belang ist. (Auszug aus dem Editorial des Heftes 1/2022)

 

Zum Inhaltsverzeichnis des Heftes und zur Website von WORT UND ANTWORT >>

Neu! WORT UND ANTWORT Online-Ausgabe >> 

 

 

 

 

Augustin Laffey OP schreibt über die Gemeinschaft "Caritas Christi" 

 

Abb.: Verlag Herder

[05.02.2022] Mitte des 20. Jahrhunderts suchen Laien verstärkt nach neuen Möglichkeiten, ihre Christus-Nachfolge konsequent und authentisch zu leben – und zwar jenseits der traditionellen Form des Klosters. Juliette Molland, leidenschaftlich engagiert in der Katholischen Aktion, gründet 1936 eine spirituell ausgerichtete Frauenbewegung, die sie als „säkularen Orden“ bezeichnete. Dies geschieht nicht ohne Mühen und Hindernisse, auch aufgrund innerkirchlicher Widerstände. Mit Hilfe des jungen, blinden Dominikaners Joseph-Marie Perrin kann sie schließlich ihr Projekt verwirklichen. Das Buch zeichnet die wechselvolle Geschichte um die Anfänge von Caritas Christi nach.

Die Reihe „Dominikanische Quellen und Zeugnisse“ startete im Jahr 2000 im Leipziger St. Benno Verlag und wechselte mit Bd. 24 in den Verlag Herder, Freiburg/Br.. Die Kollektion stellt historisch bedeutsame (Albertus Magnus, Thomas von Aquin, Katharina v. Siena, Meister Eckhart u.a.) wie auch relevante zeitgenössische Persönlichkeiten des Predigerordens vor (Pierre Claverie, Dominique Pire u.a.). Die Bücher erschließen das zentrale Themenfeld dominikanischer Spiritualität und Mystik aus historischer, aber auch in systematisch theologischer Perspektive.

 

Bibliographie: Augustin Laffey, Die Gründung der Gemeinschaft „Caritas Christi“. Zum Wirken von Juliette Molland und P. Joseph-Marie Perrin OP. Aus dem Französischen von Britta Dörre (Dominikanische Quellen und Zeugnisse Bd. 24), Verlag Herder Freiburg/Br. 2022, 268 S., € 25,00, ISBN 978-3-451-39256-6.

 

 

Zur Bestellmöglichkeit auf der Website des Herder Verlags >>

 

Weitere Informationen zur DQZ-Reihe insgesamt >>

 

 

 

 

 

 

Bewerbung für das Theologische Studienjahr Berlin 2022/23 eröffnet 

 

Abb.: CTS Berlin

[01.02.2022] Die Metropole Berlin ist Schmelztiegel für unterschiedlichste Lebensformen, für kreative Initiativen in Kultur, Politik und Wirtschaft, für Internationalität und vieles mehr. Theologisch betrachtet steht Berlin für Säkularität genauso wie für vielfältige religiöse und spirituelle Aufbrüche. Was heißt es für Kirche und Glauben, an einem solchen Ort präsent zu sein? Wie kann es in dieser Stadt gelingen, biblische und christlich-theologische Traditionen in ein inspirierendes Gespräch mit zeitgenössischen Positionen zu bringen? Wie in solch einem urbanen Umfeld spirituell leben? Diesen zentralen Fragen nachzugehen ist das Ziel Studienjahrs.

Das Studienjahr ist ein Angebot des neu gegründeten „Campus für Theologie und Spiritualität Berlin“ (kurz: CTS Berlin). Verantwortet wird der Campus von verschiedenen Orden und Geistlichen Gemeinschaften. Seitens des Institut M.-Dominique Chenu Berlin arbeiten am CTS Berlin Prof. Dr. Ulrich Engel OP als Gründungsbeauftragter, Prof. Dr. Thomas Eggensperger OP als Forschungsdirektor und Felix Geyer ISch, Dipl.-Theol., als Studienkoordinator für das Theologische Studienjahr mit. 

Das Theologische Studienjahr umfasst zwei Semester (Beginn: 7.10.2022 – Ende: 23.7.2023) und bietet eine Schwerpunktsetzung im Bereich Theologie der Spiritualität in postsäkularen und urbanen Kontexten. Das Angebot richtet sich v.a. an Studierende der Katholischen und Evangelischen Theologie (ca. 5.-6. Semester) und Lehramtsstudierende im Fach Religion.

Bewerbungsschluss für den ersten Jahrgang ist der 1. April 2022. Stipendien sind verfügbar.

 

 

Hier finden Sie den Werbeflyer >>

 

Weitere Informationen zum CTS insgesamt >>

 

 

 

 

 

 

Page 11 of 118

Lehrveranstaltungen WS 2022/23


 
Christian Bauer OPL
• VL: Theologie der pastoral (Innsbruck) >>
• VL: Orte der Pastoral (Innsbruck) >>
UE: Homiletik (Innsbruck) >>
• SE: Forschungsseminar (Innsbruck) >> 
 
Thomas Eggensperger OP
WW: Theologie trifft Politik (CTS Berlin) >>
• WW: Lebensformen und Gemeinschaftsbildung (CTS Berlin) >>
• SE: Suche nach Frieden nach dem Frieden (KU Eichstätt) >>
LK: Hannah Arendt: On Revolution (KU Eichstätt) >>
LK: Theologie(n) in Europa – aktuelle Debatten (Hannover) >>
 
Ulrich Engel OP
VL: Wandel der Religiosität (CTS Berlin) >>
• WW: Spiritualität und Säkularität in urbaner Spätmoderne (CTS Berlin) >> 
• VL: Theologie und Erfahrung (PTH Münster) >>
 
Felix Geyer ISch
SE: Servicelearning (CTS Berlin) >>
 
Dennis Halft OP
• VL: Anfänge von Judentum, Christentum und Islam (Trier) >>
SE: Theorie und Praxis des interreligiösen Dialogs (Trier) >>
OS: Christlicher Antijudaismus in Trier (Trier) >>
 
 
 

Empfehlungen



Institutsbibliothek

powered by

ONLINE-KATALOG
(ca. 20.000 Titel)

B Ü C H E R S U C H E  >>



WORT UND ANTWORT
Zeitschrift der Dominikaner >>
wua_logo neu.jpg



CTS Berlin Campus für Theologie und Spiritualität Berlin >>



Das IMDC ist Mitglied des
Wissenschaftsverbunds Albertus Magnus >>


 

Aktuelles Thema:
Espaces Network: Dominican Reflection on the Phenomenon of Migration to Europe (DE, EN, FR) >>


 

Book recommendation:

E. Van Stichel / Th. Eggensperger OP / M. Kalsky / U. Engel OP (Eds.), Fullness of Life and Justice for All: Dominican Perspectives, ATF Theology Adelaide, Australia 2020, 380 pp., ca. 20-25 €

Order via Amazon.de >>

Order via ATF Press >> 

 

What is Dominican Theology?
Was ist dominikanische Theologie? 

Read more >> 
Lesen Sie mehr >> 



Web-Links zum Dominikanerorden:
- International >>
- Deutschland/Teutonia >>
- Süddeutschl./Österreich >>
- Dominikaner werden >>
- Noviziat >>
- Dominikanerinnen >>
- Dominikanische Laien >>

Web-Links zu IMDC-Partnern:
- KSG Berlin >>
-
CTS Berlin >>
- Fakultät San Esteban >>
- Wort und Antwort >>
- PTH Münster >>
- Uni Potsdam (LER) >>
- IPH >>
- IGDom >>
- KAAD >>
- Friends of Sophia >>


 

 

Institut M.-Dominique Chenu

Schwedter Straße 23
D-10119 Berlin Deutschland
Fon +49 30 51571129
Fax +49 3212 1332175

sekretariat@institut-chenu.info
www.institut-chenu.eu

 

Bankverbindung

Institut M.-Dominique Chenu
Konto: 30079 00197
Bank im Bistum Essen eG
BLZ: 360 602 95
IBAN: DE70 3606 0295 3007 9001 97
BIC: GENODED1BBE