Th. Eggensperger OP und U. Engel OP referieren bei Schönstatt-Priesterfortbildung

 

Abb.: Schönstatt-Bewegung

[07.09.2021] Im Rahmen der Tagung "Auf der Suche nach dem Seelsorger von Morgen" referierten Prof. Dr. Thomas Eggensperger OP, M.A., und Prof. Dr. Ulrich Engel OP (beide: Institut M.-Dominique Chenu Berlin / Campus für Philosophie und Theologie Berlin) am 6. und 7. September 2021 vor mehr als zwei Dutzend Zuhörern. Die Konferenz richtete sich an die Mitglieder alle vier Schönstattischen Priestergemeinschaften und thematisierte die gesamtkirchliche Situation, mit der Pastoral heute konfrontiert ist: Machtmissbrauch in Form von sexueller und geistlicher Gewalt, Veränderung von Seelsorgestrukturen in den Diözesen wie auch eine weiter voranschreitende Säkularisierung in den westlichen Gesellschaften.

Prof. Eggensperger widmete sich in seinem Vortrag dem Thema der Macht in der Seelsorge und suchte - ausgehend von Thomas von Aquin - nach Kriterien für einen klugen Umgang mit Macht. Prof. Engel konstatierte in seinem Beitrag eine zunehmende Abnahme der institutionell-religiösen Bindung weiter Teile der Bevölkerung in Europa und fragte vor diesem Hintergrund nach Konzepten für eine "säkulare Seelsorge", die den "Jedermann-Glauben" (Christoph Theobald SJ) der religiös-unmusikalischen Menschen ernstnimmt. Mit Rückfragen, in Gruppendiskussionen und im jeweils abschließenden Plenumsgespräche vertieften die Teilnehmer die Thematik. 

 

 

Zum gemeinsamen Webportal der Schönstättischen Priestergemeinschaften >>

 

 

 

 

 

 

 

 

Ulrich Engel OP diskutiert über Schönheit als Weg zu Gott

 

Abb.: op.org

[06.09.2021] Vom 1. bis zum 5. September 2021 fanden in Tallinn (Estland) anlässlich des 800. Jahrestages des Todes des hl. Dominikus die "Dominican Arts Days 2021" statt. Inspiriert und hauptverantwortlich organisiert wurden das dominikanische Kulturevent vom Socius des Ordensmeisters für Nordeuropa und Kanasa, Dr. Alain Arnould OP. Zusammen mit einem internationalen Team, zu dem auch Prof. Dr. Ulrich Engel OP (Institut M.-Dominique Chenu Berlin) gehörte, konnte der belgische Kunsthistoriker Arnould eine Ausstellung mit bildenden Künstler*innen aus dem Predigerorden, Konzerte und Theateraufführungen von estnischen Künstlern sowie Podiumsdiskussionen zu Themen wie Theater und Spiritualität oder Architektur und Spiritualität, Lesungen von Poet*innen aus Estland, Portugal und Spanien, einem Vortrag des Ordensmeisters der Dominikaner Gerard Timoner III OP und anderes mehr auf die Beine stellen. Die estnischen Gastgeber um den Theaterdirektor Lembit Peterson hatten den anwesenden ca. 40 Dominikaner*innen für die fünf Tage das Gebäude des "Theatrum" wie auch die ehemalige Dominikanerkirche St. Katharina in der estnischen Hansestadt zur Verfügung gestellt. 

Im Sinne eines Dialogs trafen die dominikanischen Künstler*innen Sr. Diana OP (Choreographin), Björn Engdahl OP (Maler), Felix Hernandez OP (Maler), Marie Kašparová OP (Videokünstlerin), Grégoire Laurent-Huyghues-Beaufond OP (Dichter), Marie-Augustin Laurent-Huyghues-Beaufond OP (Musiker), Mannes Marusak OP (Maler), Lembit Peterson OPL (Schauspieler und Dirigent), Antonio Praena OP (Dichter), Adam Rokosz OP (Photograph), Karel Simon OP (Photograph) und Dominic White OP (Komponist) auf eine Reihe von eingeladenen Künstler*innen aus Estland und Litauen, so Jurga Juodyte (Video), Eva Eensaar (Musik), Maria Peterson (Musik), Theatrum (Theaterkompanie), Jaan-Eik Tulve & Vox Clamantis (Musik), Pärt Uusberg (Komposition) und Kristjan Üksküla (Musik/Schauspiel/Literatur).

Ulrich Engel OP beteiligte sich zusammen mit Dominic White OP (Cambridge UK) und Gabriel Salume OP (Helsinki) an einer Podiumsdiskussion zum Thema "Does Beauty Leads to God?", in der ausgehend von Thomas von Aquin die Frage nach dem Status des Schönen für die Gotteserkenntnis diskutiert wurde. Fraglich geworden ist dieser Zusammenhang jedoch nicht erst seit dem 20. Jahrhundert. Engel schlug in diesem Zusammenhang vor, im kreuzestheologischen Rückgriff eine Integration von Leid und Grauen auch in die bildkünstlerische Rede von Gott zu denken. Am Beispiel der in Tallinn gezeigten Gemälde von Björn Engdahl OP suchte er diesen theologisch-ästhetischen Zugriff auch am Kunstwerk selbst zu verdeutlichen.

Seitens der Süddeutsch-Österreichischen Provinz nahm Adam Roskosz OP (Berlin) an den Dominican Arts Days 2021 aktiv statt.

 

 

 

Programm der "Dominican Arts Days 2021" >>

 

Videobotschaft von Alain Arnould OP >>

 

Videoaufzeichnungen der diversen Veranstaltungen >>

 

 

 

 

 

 

Sundowner von Thomas Eggensperger OP für die Thomas-Morus-Akademie Bensberg

 

Abb.: Thomas-Morus-Akademie Bensberg

[15.08.2021] Mit Jesus über Gott und die Welt reden, mit Mahatma Gandhi über zivilen Ungehorsam debattieren, mit Jean-Paul Sartre philosophieren, mit Yoko Ono und Banksy über Kunst, mit Michelle Obama über Gerechtigkeit sprechen… bei einem Glas Wein oder einem Drink. Es gibt unzählige Menschen, denen werden wir nie begegnen, die uns jedoch sehr faszinieren und mit denen wir uns gerne einmal austauschen möchten. Welche Fragen würden wir ihnen stellen? Welche Antworten würden sie geben? Was genau fasziniert uns an ihnen?

Für die digitale Sommer-Reihe der Thomas-Morus-Akademie Bensberg hat Prof. Dr. Thomas Eggensperger OP, M.A. (Institut M.-Dominique Chenu / Campus für Theologie und Spiritualität Berlin / Phil.-Theol. Hochschule Münster) die berühmte Journalistin und Philosophin Hannah Arendt (1906-1975) ausgewählt, mit der er gerne einmal den Tag mit einem Sundowner ausklingen lassen möchte.

 


 

"Gerne würde ich mit der Denkerin Hannah Arendt (1906-1975) in New York eine Margarita trinken! Mit Rücksicht auf ihre Lust an der Zigarette käme eine Rooftop-Bar in Frage, in der das Rauchen noch erlaubt ist, ansonsten liefe es wohl auf eine Cigar Lounge in einem kultivierten Hotel hinaus. Sie würde sich vermutlich einen Whiskey bestellen – wenngleich behauptet wird, dass sie am liebsten Campari trank. Das Interieur der Bar sollte klassisch-edel sein, denn im Umfeld von Kitsch und Schnickschnack würde Arendts Stimmung schnell kippen und der Abend wäre gelaufen…

Eine der vorrangigen Fragen, die ich ihr stellen würde, wäre, wie sie es denn nun hielte mit dem, was wir im landläufigen Sinne „Freundschaft“ nennen. Arendt hat zum Begriff zwar einiges geschrieben, aber ihr Verständnis von Freundschaft lehnt sich an die griechische „philía“, die eine spezifische Bedeutung hat. Um in der Bar nicht unangenehm aufzufallen, würde ich nur eines ihrer Bücher mitgebracht haben, aus dem ich Frau Arendt ihre eigenen Textstellen vorlesen würde, nämlich den „Sokrates“. Er beruht auf einem 1954 gehaltenen Vortrag an der Universität von Notre-Dame zum Thema „Philosophie und Politik. Das Handeln und Denken nach der Französischen Revolution“ (Sokrates. Apologie der Pluralität, Berlin 2016). Ich würde aus dem Vortrag einige Sätze zitieren: „Sokrates versuchte, aus den Bürgern Athens Freunde zu machen“ – Arendt würde vermutlich in Ahnung, was kommen würde, leicht entnervt mit dem Gesicht zucken und einen Zug aus der Zigarette nehmen [...]" 

 

 

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