Thomas Eggensperger OP im "Klosterland"-Podcast "Der Andere Blick"

Abb.: Klosterland e.V.

[06.04.2021] Im Perspektivwechsel-Podcast "Der andere Blick" denken Lara Buschmann und Martin Erdmann über aktuelle Fragen und Herausforderungen der Zeit nach. Buschmann ist Organisationsberaterin. Sie will verstehen, was Menschen antreibt und Teams zusammenbringt. Ermann ist ehemaliger Mönch und kennt das Leben im Kloster jenseits von Klischees und Vorurteilen. Der Podcast wird im Auftrag des "Klosterland e.V." produziert. Jüngst sprachen die beiden in ihrem Podcast mit dem Sozialethiker Prof. Dr. Thomas Eggensperger OP (Institut M.-Dominique Chenu Berlin / Philosophisch-Theologische Hochschule Münster) über das Verhältnis von Wissen und Weisheit.  

In der Ankündigung von "Der andere Blick" ist zu lesen: "Mitten in Berlin lebt einer der bekanntesten Intellektuellen, der zugleich Ordensmann ist: der Dominikanerpater Thomas Eggensperger. Mit einigen anderen Mitbrüdern, die auch alle Wissenschaftler sind, teilt er sich eine gemütliche WG in Prenzlauer Berg, die aber doch mehr ist als nur eine Stadtwohnung, sondern ein Kloster im Kleinen. Und das passt gut zu Dominikanern, die von jeher in Städten gelebt haben, deren Aufgabe unter anderem das Predigen ist und die in ihrer Geschichte kontinuierlich Wissenschaftler und Denker hervorgebracht haben. Pater Thomas ist Sozialethiker mit einem Hang zu Lateinamerika, und so überrascht es nicht, dass der Professor an der PTH Münster, wohin er pendelt, auch einen Magister in Spanisch hat. Wuselig und aufgrund so mancher Ämter viel unterwegs, gibt es doch neben seinem Hauptberuf zwei Themen, denen er sich immer wieder widmet: Arbeit. Freizeit und Muße auf der einen, und auf der anderen Seite alles, was mit Wissen zusammenhängt. Der wendige Denker überrascht dabei immer wieder mit seiner pragmatischen, sachorientierten Haltung und manchmal auch mit sehr persönlichen Bekenntnissen, die zeigen, dass er bei allen akademischen Ehren ein nahbarer Seelsorger geblieben ist."

 

Hören Sie den "Klosterland"-Podcast hier (Dauer ca. 58 min) >> 

 

 

 

 

Ulrich Engel OP reflektiert auf katholisch.de über die Abwesenheit Gottes

 

Abb.: Stiftung Matthäus Berlin

[04.04.2021] Das leere Grab Jesu war bereits kurz nach den ersten Berichten über die Auferstehung Gegenstand leidenschaftlicher Dispute – und ist es bis heute geblieben. Die Frage nach seiner Historizität ist immer noch aktuell. Doch was bedeutet die Antwort darauf überhaupt für das Christentum? Über diese Frage denken die Theologen Prof. Dr. Thomas Söding (Universität Bochum) und Prof. Dr. Ulrich Engel OP (Institut M.-Dominique Chenu Berlin / Phil.-Theol. Hochschule Münster) aus bibelwissenschaftlicher und systematisch-theologischer Perspektive nach. In dem redaktionellen Beitrag von Roland Müller für katholisch.de heißt es u.a.: 

"Söding sieht den fehlenden Leichnam des Gekreuzigten in seiner Analyse des biblischen Befundes nicht als Beweis der Auferstehung, sondern versteht das leere Grab mehrdeutig: Einerseits sei es eine historische Bedingung der Möglichkeit des Glaubens an die Auferweckung Jesu. Andererseits habe die Auffindung des leeren Grabs erst in Verbindung mit den Erscheinungen des Auferstandenen einen bedeutenden Impuls für den Osterglauben gegeben."

"Daraus ergebe sich laut Engel die spirituelle Dynamik des christlichen Glaubens: 'Das Vermissen, die Sehnsucht, das Suchen nach Zeichen macht ihn entscheidend aus.' Deshalb warnt der Theologe davor, das Geheimnis Gottes unbedingt mit Sinn füllen zu wollen und plädiert für eine negative Theologie, die mehr von Gott schweigt als dass sie konkrete Inhalte über ihn aussagt. Jesus sei am Kreuz nicht für "etwas" gestorben, wie es etwa die Opfertheologie zu erklären versucht habe. Vielmehr sei der Tod des Gottessohnes "umsonst" geschehen, so Engel in Anlehnung an einen Ausspruch des Schweizer Theologen Gonsalv Mainberger. 'Der Tod Jesu hat keinen bestimmten Zweck, sondern bleibt existentiell offen – so unbefriedigend das für einen fragenden Menschen vielleicht auch sein mag.'"

Eine solche negative Auferstehungstheologie hat Folgen. Müller schreibt: "Wenn die Kirche in diesem Sinne Ostern verstehe, müsse sie versuchen, dieses 'Umsonst' in Jesu Leben und Tod nachzuahmen. 'Das hätte gravierende Konsequenzen, etwa, auf Macht zu verzichten', so Engel. Der fatale Umgang der Kirche mit dem Missbrauchsskandal oder das jüngst vom Vatikan ausgesprochene Verbot der Segnung von homosexuellen Paaren seien Zeichen einer anmaßenden Attitüde der Glaubenskongregation und der dort vertretenen Theologie, sich für geradezu allwissend zu halten. Angesichts einer Spiritualität des Vermissens, müsse man jedoch darauf verzichten." 

 

Lesen Sie den gesamten Beitrag auf katholisch.de >> 

 

 

 

 

Isnard Frank OP (1930-2010) über Dominikus und den Dominikanerorden

 

Coverabb.: Benno Verlag

[31.03.2021] In der vom Institut M.-Dominique Chenu Berlin herausgegebenen Reihe "Dominikanische Quellen und Zeugnisse" ist ein neuer Band erschienen. Das Buch des Kirchenhistorikers Isnard W. Frank OP versammelt Texte zur Gestalt des hl. Dominikus und zu dem von ihm gegründeten Ordens der Predigerbrüder. "Die Gründung des Predigerordens 1216 und seine Ausbreitung ist ohne den geistlichen Impuls und das Charisma des heiligen Dominikus und seiner Gefährten nicht zu denken. Doch der Idealismus der Hingabe an einen großen Gedanken war in institutionelle Formen zu übersetzen und in der religiös-kirchlichen Gesellschaft der Zeit zu verwurzeln. Die charismatische Spontaneität wurde zugunsten verfassungsmäßiger Herrschaftsausübung eingeschränkt. Wie in keinem anderen mittelalterlichen Orden wurde mit den wichtigsten Strukturen einer demokratischen Lebensordnung ernst gemacht." schreibt der Autor Isnard W. Frank OP in der Einführung zu diesem Buch. Er berichtet fachlich fundiert und zugleich allgemeinverständlich von den Anfangszeiten der Dominikaner in Frankreich, Spanien und Italien und ermutigt damit die Leserinnen und Leser zu eigenen zukunftsoffenen "Vorwärtserinnerungen".

Der Autor: Isnard W. Frank OP (1930–2010), Dr. phil. habil., Lect. Theol.; 1953 Eintritt in den Dominikanerorden; 1969–1972 Lektor für Kirchengeschichte an der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Dominikaner in Walberberg (Albertus-Magnus-Akademie); 1979–1995 Professor für Mittlere und Neue Kirchengeschichte an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Mainz; 1993–2010 Gründer und Leiter des »IGDom – Institut zur Erforschung der Geschichte des Dominikanerordens im deutschen Sprachraum«.

Der Herausgeber: Klaus-Bernward Springer (geb. 1962), Dr. theol. habil.; seit 2016 Professor für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Münster; Geschäftsführer des „Instituts zur Erforschung der Geschichte des Dominikanerordens im deutschen Sprachraum“, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Archiv der Dominikaner-Provinz Teutonia, Köln.

 

Bibliographische Angaben: Isnard W. Frank, Charisma in Verfassung. Dominikus und der Dominikanerorden (Dominikanische Quellen und Zeugnisse Bd. 22), Benno Verlag Leipzig 2021, 178 S., € 14,95, ISBN 9783746258997.

 

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