"Führen und Leiten. Kirche lernt fremd"

 

[12.01.2019] "Der Untertitel unseres Heftes „Kirche lernt fremd“ verweist auf die zentrale Fragestellung: Ist es sinnvoll, Praktiken, Formen und Methoden von Führung und Leitung, wie sie in der freien Wirtschaft Standard sind, kirchlicherseits zu adaptieren oder gar im Blick auf die Entwicklung eigener Führungsmodelle und Leitungsstile übernehmen?

Die Thematik wird auf verschiedenen Ebenen abgearbeitet: Valentin Dessoy (Mainz) bearbeitet die Strukturen der Pfarrei von morgen und fragt dabei, wie die Verantwortlichen Führung zu übernehmen und gleichzeitig Macht abzugeben haben. Die Bistumsebene wird von einem Generalvikar diskutiert: Klaus Pfeffer (Essen) reflektiert den Zukunftsprozess der Diözese Essen und diskutiert dabei die Herausforderung, Führung in Zeiten von Veränderung zu übernehmen. Seitens der Verbände rezipiert Ulrich Hemel (Tübingen) die 10 Gebote für den Bund Katholischer Unternehmer (BKU). Über inhaltliche und strategische Umbauarbeiten innerhalb der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) berichtet Heide Mertens (Düsseldorf), über neue Strukturen einer überalterten Ordensgemeinschaft Diethilde Bövingloh OSF (Münster). Der ehemalige Direktor der päpstlichen Bank „Istituto per le Opere di Religione“ (IOR), Ernst v. Freyberg (Frankfurt/M.) formuliert in globaler Perspektive Thesen zum wirtschaftlichen Führen in der Kirche. Scholastika Jurt OP (Arenberg) hinterfragt paradigmatisch den Führungsstil der Stifterin ihrer Kongregation, Schwester M. Cherubine Willimann OP.

Es zeigt sich, dass Kirche von Wirtschaft viel gelernt hat, aber sich dennoch weiter inspirieren lassen könnte – und dies durchaus mit einer kritischen Perspektive. Von dieser Vielseitigkeit der Führungskonzepte in der Wirtschaft berichtet nicht zuletzt Benedikt Jürgens (Bochum)." (Editorial)

 

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Ulrich Engel OP: Hauptreferent zum Thema "Geben und Nehmen"

Logo: Alexianer GmbH

[10.02.2019] Die zunehmende Ökonomisierung des Gesundheitssektors stellt speziell die kirchliche Träger von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen vor die Frage, wie mit der Spannung zwischen wirtschaftlichen Anforderungen einerseits und dem christlichen Anspruch andererseits umzugehen ist. Einfache Antworten gibt es nicht. Spannungen müssen ausgelotet (und oftmals auch ausgehalten) werden. Was bedeutet es vor diesem Hintergrund, eine katholische Einrichtung zu führen? Thema der Tagung lautete "Geben und nehmen". In diesem Zusammenhang lautete Engels Leitfrage: Wie funktioniert Nächstenliebe unter dem wirtschaftlichen Vorzeichen?

Diese und andere heute drängende Fragen thematisierte Prof. Dr. Ulrich Engel OP (Institut M.-Dominique Chenu Berlin / Philosophisch-Theologische Münster) auf dem Geistlichen Jahrestreffen 2019 der Alexianer - die Alexianer beschäftigen in ihren Einrichtungen ca. 150.000 Mitarbeiter*innen. Vor 125 Teilnehme*innen der Führungsebene der Alexianer - Stiftung, GmbH, Einrichtungen vor Ort -, die sich Anfang Februar im Kardinal Schulte Haus in Bensberg versammelt hatten, präsentierte Engel vorläufige Antworten aus verschiedensten Blickwinkeln:  

aus dem Blickwinkel der Wirtschaftsanthropologie, ist doch der Mensch im christlichen Verständnis immer mehr als bloß ein zahlender oder zahlungskräftiger Kunde;

aus dem Blickwinkel der Sozialethik, ist doch der Wert eines geretteten Lebens nicht in den Größen des ganz anders funktionierenden Geld-Wertes zu bemessen;

aus dem Blickwinkel der Ordensgeschichte, waren doch klösterlich-spirituelle Orte in der Geschichte vielfach Motoren für die wirtschaftliche Entwicklung in ihrer Region;

aus dem Blickwinkel der Theologie, ist doch Gottes Gnade immer und zuerst ein Geschenk und verlangt nicht nach Tauschgerechtigkeit.

Spannende Diskussionen förderten manche Desiderate ans Tageslicht. Zugleich förderte das Gespräch das Verständnis für die jeweilig anderen Sichtweisen.

 

 

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Th. Eggensperger OP und U. Engel OP veröffentlichen in neuem PTH-Band 

Coverbild: Aschendorff Verlag Münster

[08.02.2019] "Geht es der Spiritualität am Ende um Ähnliches wie der Kunst: nicht um Kunst-Stücke, sondern um Präsent-Werden von Raumen, Gegenständen und Lebenserfahrungen? Die Wirkung ist nicht statisch, sondern ein Gegenwärtig-Werden von Fragen, Ahnungen, Zusagen, Brüchen und Irritationen, ein neues Verständnis der Gegebenheiten, der einen „anderen Zustand“ mit sich bringt. An diesem Punkt der Transformation gibt es eine tiefe Verwandtschaft zwischen geschenkt-gelungenem, spirituellem Vollzug und der geschenkt-gelungenen Begegnung mit einem Kunstwerk. Wozu hin? Zur Berührung – durch die äußeren und inneren Sinne? Zur Öffnung – für die existentielle Wahrheit? Zum Überschritt – aus der Funktion? DA-hin. Spiritualität und Kunst, zwei Schulen der Präsenz. Welche Kunst und welche geistliche Lebenskunst führt in das Wunder der Wahrnehmung, oder anders formuliert, was führt in die Tatsache der Gegenwart, der Präsenz der Dinge, die uns aus- und leer räumt, wie einen Trinkbecher, den man in einen Wasserfall hält, und doch ganz erfüllt? DA. In diesem Buch sollen Spuren verfolgt werden, von der Kunst zur Spiritualität und von der Spiritualität zur Kunst." (Ankündigung des Aschendorff Verlags)

Der von Prof. Dr. Thomas Möllenbeck (Professor für Dogmatik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Münster) und Prof. Dr. Ludger Schulte OFMCap (Professor für Dogmatik an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Münster) verantwortete Band versammelt die Beiträge des Dies und des Actus Academicus der PTH Münster 2017 in überarbeiteter Form. Ergänzt werden die Artikel von Texten verschiedener Hochschullehrer*innen an der Philosophisch-Theologischen Hochschule (PTH) Münster.

Seitens des Instituts M.-Dominique Chenu Berlin sind Prof. Dr. Thomas Eggensperger OP, M.A. und Prof. Dr. Ulrich Engel OP mit je einem Beitrag in dem Sammelband "Präsenz. Zum Verhältnis von Kunst und Spiritualität" vertreten. Engels Beitrag befasst sich unter der Überschrift "Gegenwärtig in der Zeit" mit Marie-Alain Couturier OP und der Art Sacré in Frankreich (225-234); Eggenspergers Aufsatz trägt den Titel "Literarisch das Politische betrachten" und zeigt, wie der Schriftsteller Mario Vargas Llosa die Gesellschaft analysiert (S. 314-322). 

Bibliographie: Thomas Möllenbeck / Ulrich Engel (Hrsg.), Präsenz. Zum Verhältnis von Kunst und Spiritualität, Aschendorff Verlag Münster 2019, 376 S. inkl.25 Farb- und S/w-Abb., € 29,80, ISBN 978-3-402-13408-5.

 

Ankündigung des Buches und Bestellmöglichkeit auf der Website des Aschendorff Verlags >>

 

 

 

 

 

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Lehrveranstaltungen SS 2019


PTH Münster
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