Ulrich Engel OP und Florian Kleeberg leiten Fortbildung für Pastoralarbeiter*innen

 

Abb.: Bistum Münster

[17.06.2021] Unter dem Titel „Haltung zeigen! Spiritualität als Leitlinie für alle Seelsorgenden“ organisierten und leiteten Dr. Florian Kleeberg (Theologe und Fortbildungsreferent in der Hauptabteilung Seelsorge-Personal im Generalvikariat des Bistums Münster) und Prof. Dr. Ulrich Engel OP (Institut M.-Dominique Chenu Berlin, Phil.-Theol. Hochschule Münster / Campus für Theologie und Spiritualität Berlin) am 15./16. Juni 2021 eine digitale Fortbildung für pastorale Mitarbeiter*innen des Bistums.

Spiritualität beweist sich nicht im gewissenhaften Vollzug frommer Rituale, nicht in der Kunst geistlicher Akrobatik oder in Anstrengungen zur meditativen Selbstertüchtigung. Vielmehr verwirklicht sich christliche Spiritualität zuerst und zutiefst in einem „absichtslosen Dasein“ (Madeleine Delbrêl). So gesehen ist Spiritualität vor allem eine Haltung. Aus der heraus gilt es zu leben: Aufmerksam für gesellschaftliche Entwicklungen, für unsere Mitmenschen (besonders die Verletzbarsten unter ihnen) und für uns selbst – und in all dem für Gottes Spur.

Die Augsburger Kirchenrechtlerin Sabine Demel plädiert darüber hinaus für eine „priesterliche Identität der Kirche“ (Herder Korrespondenz Spezial, April 2018, S. 46 bis 49). Wenn diese ekklesiologische Charakterisierung stimmen sollte, dann würde für alle Kirchenmitglieder und damit auch für die Mitarbeitenden in der Seelsorge ohne Ausnahme gelten: Spiritualität ist eine priesterliche!

Eine solche These wirft brisante persönliche und theologische Fragen auf, die im Rahmen des zweitägigen Online-Seminars in Kleingruppen und im Plenum sehr engagiert diskutiert wurden: Was genau macht eine „priesterliche“ Spiritualität nichtordinierter Seelsorgerinnen und Seelsorger aus? Wie kann ich in meinem pastoralen Alltag eine resiliente Haltung des absichtslosen Daseins inmitten der vielfältigen und stressbehafteten Anforderungen entwickeln? Wie können Priester, Diakone, Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten priesterlich-spirituell leben, ohne in Gefahr zu geraten, klerikalistisch zu werden? Welche Haltung muss sich in einer Kirche, die ihre Pastoralmacht in den Bereichen Sexualität und Spiritualität massiv missbraucht hat, (öffentlich) zeigen?

 

Zum Webauftritt der Abteilung Fortbildung im Bistum Münster >>

 

 

 

 

Ulrich Engel OP diskutiert mit Hamburger Sozialsenatorin

 

Abb.: Erzbistum Hamburg

[09.06.2021] Die stetig wachsenden Kirchenaustrittszahlen sind in den vergangenen Monaten gerade in der katholischen Kirche noch einmal angestiegen. Wenn man danach fragt, was viele Katholik*innen bewegt aus der Kirche auszutreten, zeigen sich eine vielschichtige Situation und sehr unterschiedliche Gründe. Um diesen Gründen auf die Spur zu kommen, vor allem aber um über Haltungen und Strategien zu debattieren, wie diesem Trend begegnet werden kann, lud das Erzbistum Hamburg (Grundlagenreferat Kirche in Beziehung) am 8. Juni 2021 zu einer digitalen Diskussionsveranstaltung ein. Bei dem öffentlichen Treffen, das zugleich Teil einer Fortbildung für pastorale Mitarbeiter*innen des norddeutschen Erzbistums war, ging es vor allem um die Frage, wie eine Kirche aussehen könnte und müsste, die Menschen heute zum Verbleib einlädt.

Prof. Dr. Ulrich Engel OP (Institut M.-Dominique Chenu Berlin / Philosophisch-Theologische Hochschule Münster / Campus für Theologie und Spiritualität Berlin) plädierte in seinem einleitenden Vortrag für eine "Kirche mit offenen Rändern in Bewegung". Seinen Impuls zu neuen Wegen der Kirchenentwicklung griff die Hamburger Senatorin für Arbeit, Soziales, Familie und Integration, Dr. Melanie Leonhard MdHB, auf und reflektierte Situation und Erwartung an die Kirchen aus dezidiert (sozial-)politischer Perspektive. Sehr bald schon weitere sich die Diskussion zwischen Engel und Leonhard in das digitale Auditorium hinein. Hier spielte nicht zuletzt die Suche nach konkreten fluiden Formen kirchlichen Lebens bei gleichzeitigem Selbstbewusstsein um die Verwurzelung in der eigenen Taufe eine Rolle. Kontrovers wurde die Frage beantwortet, ob und wie eine solchermaßen bewegte Gestalt ekklesialer Praxis in einer hierarchisch tradierten Kirchenverfassung überhaupt realisierbar sei.

 

Zum Video der Veranstaltung >>

 

Zum Webauftritt der Pastoralen Dienststelle im Erzbistum Hamburg >>

 

 

 

 

Ulrich Engel OP zum Gründungsbeauftragten ernannt

 

Abb.: CTS 

[01.06.2021] Münster/Berlin. Die Zeichen stehen auf Aufbruch! Am 26. April diesen Jahres trafen sich in Münster verschiedene Orden und Geistliche Gemeinschaften, um das visionäre Hochschulprojekt Campus für Theologie und Spiritualität Berlin (CTS) auf den Weg zu bringen. Unter diesem Namen wird in der Hauptstadt ein neuer Ort entstehen, an dem Theologie aus einer Perspektive der Orden und Gemeinschaften neu gelernt, gelehrt und gelebt wird. Noch in diesem Jahr wird die Arbeit in Berlin aufgenommen. Die Stiftung der Alexianerbrüder, das Josef-Kentenich-Institut der Schönstatt-Bewegung, die Katharinenschwestern, das Klaus Hemmerle Forum der Fokolar-Bewegung und die Franziskanerinnen von Sießen gründeten den Trägervereins und die Betriebsgesellschaft des CTS. Darüber hinaus hat sich um das Projekt ein Förderverein gebildet, in dem weitere Gemeinschaften wie die Dominikaner, Kapuziner und der Deutsche Orden das Projekt unterstützen.

Prof. Dr. Ulrich Engel OP (Institut M.-Dominique Chenu Berlin / Philosophisch-Theologische Hochschule Münster) wurde zum Gründungsbeauftragten des Campus ernannt.

 

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