Ulrich Engel OP diskutiert mit Hamburger Sozialsenatorin

 

Abb.: Erzbistum Hamburg

[09.06.2021] Die stetig wachsenden Kirchenaustrittszahlen sind in den vergangenen Monaten gerade in der katholischen Kirche noch einmal angestiegen. Wenn man danach fragt, was viele Katholik*innen bewegt aus der Kirche auszutreten, zeigen sich eine vielschichtige Situation und sehr unterschiedliche Gründe. Um diesen Gründen auf die Spur zu kommen, vor allem aber um über Haltungen und Strategien zu debattieren, wie diesem Trend begegnet werden kann, lud das Erzbistum Hamburg (Grundlagenreferat Kirche in Beziehung) am 8. Juni 2021 zu einer digitalen Diskussionsveranstaltung ein. Bei dem öffentlichen Treffen, das zugleich Teil einer Fortbildung für pastorale Mitarbeiter*innen des norddeutschen Erzbistums war, ging es vor allem um die Frage, wie eine Kirche aussehen könnte und müsste, die Menschen heute zum Verbleib einlädt.

Prof. Dr. Ulrich Engel OP (Institut M.-Dominique Chenu Berlin / Philosophisch-Theologische Hochschule Münster / Campus für Theologie und Spiritualität Berlin) plädierte in seinem einleitenden Vortrag für eine "Kirche mit offenen Rändern in Bewegung". Seinen Impuls zu neuen Wegen der Kirchenentwicklung griff die Hamburger Senatorin für Arbeit, Soziales, Familie und Integration, Dr. Melanie Leonhard MdHB, auf und reflektierte Situation und Erwartung an die Kirchen aus dezidiert (sozial-)politischer Perspektive. Sehr bald schon weitere sich die Diskussion zwischen Engel und Leonhard in das digitale Auditorium hinein. Hier spielte nicht zuletzt die Suche nach konkreten fluiden Formen kirchlichen Lebens bei gleichzeitigem Selbstbewusstsein um die Verwurzelung in der eigenen Taufe eine Rolle. Kontrovers wurde die Frage beantwortet, ob und wie eine solchermaßen bewegte Gestalt ekklesialer Praxis in einer hierarchisch tradierten Kirchenverfassung überhaupt realisierbar sei.

 

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