Dr. Javier Martinez Contreras forscht in Berlin zu Macht und Gewalt

Picture: www.deusto.es

[18.07.2019] Seit einer Reihe von Jahren bereits arbeiten Forschungsteams am Zentrum für Angewandte Ethik (Centro de Ética Aplicada) der Jesuiten-Universidad Deusto (Bilbao, Baskenland, Spanien), zu Problemen von Frieden und Gewalt. In den letzten fünf Jahren haben die Forscherinnen und Forscher u.a. die Inhalte und Lehrpläne des Geschichtsunterrichts genauer analysiert. Ziel der Untersuchung war die Erkenntnis, ob und wenn ja wie der Unterricht eine Kultur des Friedens befördern kann. Ein anderes Projekt befasste sich mit der Erpressung baskischer Unternehmer.

In Folge dieser Forschungsfragen fokussierte man sich auf politische Begründungen von Gewalt - und dem Phänomen des Abschwörens von Gewalt. Was, so eine leitende Frage, ist (aus sozialer Perspektive) zu lernen von denjenigen, die auf die Anwendung von Gewalt verzichtet haben? Speziell im Baskenland gibt es ehemalige Terroristen, die sich bewusst entschieden haben, ihre Waffen abzugeben. Sie haben den Leid, den sie verursacht haben, anerkannt. Sie haben sich entschuldigt und wollen auch - soweit möglich - die Schädigungen, die sie verursacht haben, wiedergutmachen. Die Forschungen der verschiedenen Teams am Centro de Ética Aplicada verarbeiten zur Beantwortung dieser und weiterer Fragen die Zeugnisse von Betroffenen systematisch.

Von Mitte Juni bis Mitte Juli 2019 konnte sich Dr. phil. Javier Martinez Contreras, Mitarbeiter am Centro de Ética Aplicada (Departamento de Relaciones Internacionales y Humanidades - Filosofía) an der Facultad de Ciencias Sociales y Humanas mit einem Stipendium der Universidad de Deusto in Berlin aufhalten und die Infrastrukturen des Institut M.-Dominique Chenu (Bibliothek) und der Freien Universität Berlin (Otto-Suhr-Institut) nutzen. Untersucht hat  Martinez Contreras schwerpunktmäßig die denkpolitischen Traditionen zum Themenfeld Macht, Gewalt und Revolution. Speziell las er Walter Benjamin und Hannah Arendt. Des weiteren arbeitete er sowohl philosophischer als auch soziologischer Perspektive an einer deutschsprachigen Bibliographie zu Gewalt und Macht. Diese dient ihm und seinem Forscherteam als analytischer Rahmen.

Die Mitarbeiter des Institut M.-Dominique Chenu Berlin erhoffen sich, dass die Zusammenarbeit mit Dr. Martinez Contreras bzw. mit dem Centro de Ética Aplicada der Universidad Deusto in Zukunft vertieft werden kann.

 

Link zum Centro de Ética Aplicada (spanisch) >>

 

 

 

 

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