Ulrich Engel OP: Vortrag im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte

 

[26.3.2015] Auf Einladung des Freundeskreises des Museums referierte Prof. Dr. Ulrich Engel OP (Institut M.-Dominique Chenu Berlin / Philosophisch-Theologische Hochschule Münster) am 25. März 2015 zum "Erbe der Reformation aus katholischer Sicht". Die Vortragsveranstaltung fand in den Räumen der ständigen Ausstellung des Potsdamer Hauses der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte statt. In Vorbereitung auf den 500. Jahrestag des Thesenanschlags von 1517 begab sich Engel auf die Spuren von Martin Luther in einem, wie es im Titel des Vortrags hieß, "nachreformatorischen Land". Dabei betonte er den zwischen 1517 und 2017 grundlegend veränderten gesellschaftlichen Kontext: Während es Luther und seinen Mitstreitern um eine Reform der Form des Glaubens ging, steht dieser heute - zumindest in seiner kirchlich verfassten Gestalt - ganz grundsätzlich zur Disposition. Angesichts der post/säkularen Gesellschaft wie auch der auf Grund des starken Globalisierungsdrucks notwendig gewordenen Religionsdialoge braucht es, so die These Engels, ein neues ökumenisches Miteinander. Anders werden die Christen ihre Stimme nicht glaubwürdig erheben können. Im zweiten Teil seines Vortrags ging der Referent auf innerökumenische Streitpunkte ein und markierte Zielperspektiven, auf die hin die Überwindung der Kerndifferenzen (Amt/Petrusdienst, Abendmahl) zu bearbeiten sind. Hier bedarf es nach Engel dringend eines neuen theologisch-ökumenischen Kreativitätsschubs!

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