Artikel in der "Zeitschrift für Religionswissenschaft und Missionswissenschaft" veröffentlicht

Abbildung: EOS Verlag, Sankt Ottilien

[10.05.2019] "Der Predigerorden (Ordo Praedicatorum: OP), nach seinem Gründer Domingo de Caleruega (ca. 1770-1221) auch Dominikanerorden genannt, gewann zu Beginn des 13. Jahrhunderts in einem mehrstufigen Prozess Konturen. Entscheidende Bedeutung hatte die Bulle Religiosam vitam vom 22.12.1216, mit der Papst Honorius III. die Satzungen der Dominikaner, die mit bischöflicher Genehmigung seit 1206 bereits mehrere Konvente gegründet hatten, bestätigte und ergänzte. (…) Die Bettelorden, die auf diesem Humus entstanden sind, unterscheiden sich vom traditionellen Mönchtum durch die Aufhebung der stabilitas loci zugunsten der apostolischen Freiheit; durch den Bau von kleineren Klöstern in den Städten ihrer Zeit und durch ein bescheidenes Leben darin aus Solidarität mit den Armen; durch die Reduktion des gemeinsamen Chorgebets auf dreimal pro Tag; durch die intensive Pflege des Studiums an den neu entstandenen Universitäten und damit durch die Arbeit an einem neuen theologischen Paradigma, das den Übergang von der monastischen, die Bibel kommentierenden Theologie zur scholastischen Theologie der Auseinandersetzung mit den Fragen der Vernunft und mit den Fragen der Zeit an den neuen akademischen Zentren leistete; durch Seelsorge in den Krisen ihrer Zeit und im Dienste der Papst- und Bischofskirche, wozu die Mission unter den Waldensern, Katharern, Juden und Muslimen gehörte. Die Dominikaner werden von Anfang an ihre missionarischen Bemühungen an die letzten drei Gruppen richten. Denn Honorius III. hatte sie mit der Bulle Gratiarum omnium vom 21.01.1217 dazu ermahnt, das Wort Gottes »unter den Feinden des Glaubens« zu predigen. Sie folgen dabei dem Grundsatz, das in der Kontemplation Erfahrene und im Studium der Theologie Verstandene durch gute Argumente und eine untadelige Lebensweise plausibel zu machen. Es blieb bekanntlich nicht immer bei diesem irenischen Prinzip, denn im 13. Jahrhundert wurde auch die mittelalterliche Inquisition errichtet, viele Dominikaner wurden in ihren Dienst berufen. (…)  Und dennoch war die frühe Dominikanermission unter Juden und Muslimen auch vom immer aktuellen Prinzip getragen, dass man ihre Sprache, ihre heiligen Schriften und ihre philosophische und theologische Literatur gründlich studieren muss, um sowohl ihren Verstand als auch ihr Herz zu erreichen. (…) Zur praktischen universalen Geltung des irenischen Grundprinzips christlicher Mission kam es aber erst in unserer Zeit, als die »Geschichtstatsache« von Mission unter dem Schutz christlicher Fürsten bzw. des westlichen Kolonialismus oder Imperialismus weggefallen ist, und die Kirche sich zur Religionsfreiheit als Bedingung der Möglichkeit für Mission und interreligiösen Dialog bekannt hat. In diesem neuen Rahmen findet heute auch die Arbeit der Dominikaner und Dominikanerinnen statt. (…)" (Mariano Delgado, Editorial: Mission und interreligiöser Dialog in  Dominikanertradition, in: ZMR 103,1-2 [2019], 3-4.)

Aus Anlass des 800. Jahrestages der Verkündigung der Bulle Religiosam vitam veranstaltete Prof. DDR. Dr. h.c. Mariano Delgado, Ordinarius für Mittlere und Neue Kirchengeschichte an der Theologischen Fakultät der Universität Fribourg (Schweiz) und Schriftleiter der Zeitschrift für Religionswissenschaft und Missionswissenschaft (ZMR) im Herbst 2016 eine Tagung, deren Beiträge nun in der neuen Nummer der ZMR dokumentiert vorliegen. Ergänzt wurden die Konferenzpapers durch weitere Artikel. 

Neben vielen anderen Autor*innen aus dem Dominikanerorden und darüber hinaus ist auch Prof. Dr. Thomas Eggensperger OP (Institut M.-Dominique Chenu Berlin / Philosophisch-Theologische Hochschule Münster) mit einem Beitrag vetreten: "Bartolomé de Las Casas und Tomás de Berlanga. Dominikanisches Engagement für die Rechte der Völker und der Menschen" (S. 86ff.).

 

Bestellmöglichkeit des Heftes auf der Website des EOS-Verlags >>

Website der ZMR >> 

 

 

 

 

 

Direktoren des IMDC ehren Generalsekretär des KAAD

Foto: Matthias Grünewald Verlag, Ostfildern 

[15.04.2019] Die katholische Kirche verfügt als Weltkirche über einen reichhaltigen Erfahrungsschatz im Bereich des interkulturellen Austausches. In diesem Band fokussieren renommierte Autorinnen und Autoren aus verschiedenen geisteswissenschaftlichen Disziplinen und aus internationalen Kontexten die weltweiten Diskussionen um Interkulturalität auf den Bereich Bildung und WissenschaftDabei lenken sie den Blick insbesondere auf die Arbeit, die der Katholische Akademische Ausländer-Dienst (KAAD) und sein Generalsekretär Dr. Hermann Weber in den vergangenen Jahrzehnten auf dem Gebiet der postgraduierten Studien- und Forschungsförderung geleistet haben.

Prof. Dr. Thomas Eggensperger OP, MA (Institut M.-Dominique Chenu Berlin / PTH Münster) und Prof. Dr. Ulrich Engel OP (Institut M.-Dominique Chenu Berlin / PTH Münster) sind beide seelsorglich als Geistliche Beiräte des KAAD engagiert. Aus diesem Grund steueren sie zwei Beiträge zur Festschrift bei. 

Die Aufsätze des Buches insgesamt spiegeln dieses Bemühen um Interkulturalität, Frieden und interreligiösen Dialog facettenreich wider und zeigen Perspektiven auf für die zukünftige Arbeit.

 

Bibliographische Angaben:

Thomas Eggensperger, Humboldt in Rom. Eine interkulturelle Auseinandersetzung, in: Heinrich Geiger / Nora Kalbarczyk / Thomas Krüggeler / Marko Kuhn / Markus Leimbach (Hrsg.), Bildung und Wissenschaft im Horizont von Interkulturalität. Festschrift zum 60. Geburtstag für Hermann Weber, Ostfildern 2019, 43-52.

Ulrich Engel, Materiale Präsenz und spirituelle Resilienz im Werk des Malers Sebastian Hosu. Bildlektüren in kritischem Anschluss an Monroe C. Beardsley, , in: Heinrich Geiger / Nora Kalbarczyk / Thomas Krüggeler / Marko Kuhn / Markus Leimbach (Hrsg.), Bildung und Wissenschaft im Horizont von Interkulturalität. Festschrift zum 60. Geburtstag für Hermann Weber, Ostfildern 2019, 59-78.

  

Bestellmöglichkeit des Buches auf der Website des Matthias Grünewald Verlags >>

Website des KAAD, Bonn >> 

 

 

 

 

The work of visual artists as a way of Dominican preaching 

Photo: Dominic White OP, Cambridge (Group of Dominican Artists at Kunst Station St. Peter, Cologne, 12.4.2019) 

[14.04.2019] Every year thousands of people come to see the frescoes of our brother Blessed John of Fiesole, Fra Angelico, at San Marco in Florence. Perhaps the majority of visitors are not Christians, with no interest in attending a Mass or reading the Bible. Yet something touches them in our brother’s frescoes. The experience may start a deepening in their lives, a journey unconsciously and maybe later consciously towards faith in the Risen Saviour that Fra Angelico depicts like a dancer on Easter morning.

But we Dominicans are not the keepers of a museum. Just as we have the Angelic Doctor, our brother St Thomas Aquinas, and drawing on him we write new theology to speak Christ to the people of today, so Dominican artists in all media continue the work of Fra Angelico in preaching through contemporary art. Yet the work of Dominican artists, visual artists in particular, is not always understood in the Order as preaching. So the Socius for North-Western Europe, fr Alain Arnould, who himself has been an artists’ chaplain, the Socius for the Apostolic Life, fr Orlando Rueda Acevedo, former architect, and theologian of aesthetics fr Ulrich Engel (Institut M.-Dominique Chenu Berlin; PTH Münster), called a meeting of artists from among the friars and sisters. From 10th to 13th of April we were warmly hosted by the friars of Heilig Kreuz (Holy Cross) priory in Cologne (Köln), itself home to some impressive contemporary art and architecture (Gerd Winner, Ingema Reuter)

The main part of the meeting was Dominicans presenting their art and their lived experience of being an artist in the Order. We had photography from fr Adam Rokosz (Austria), which reveals Christian depths in apparently ordinary everyday scenes, and multimedia painting, photography, light installations and film from Sr Marie Pavlina Kašparova (Czech Republic and England), whose work is aimed universally at the religious and the “disconnected” alike. The paintings of fr Felix Hernandez (Spain) unusually bridge the popular and the abstract, while the abstract paintings of fr Björn Engdahl (Sweden) have enabled his outreach to the growing spiritual but not religious sector of modern European society. Fr Zbigniew Krysiewicz (Poland and Belgium) paints the body, site of tension, yet incarnation of the sacred. We also heard from fr Dominic White (England), a composer, artists’ pastor and theologian of the arts who founded the multimedia dance work Cosmos, and by phone from Sr Marie Bouvet (France), a painter and sculptor of the Monastery of Dax.

We got out too, to see contemporary art in Cologne’s other churches: the “Kunst Station St. Peter" (Art Station” at St Peter’s), the Jesuit Church, the Columba Art Museum of the Archdiocese, the window by Gerhard Richter at Cologne Cathedral, and the “Maccabee windows” by Markus Lüppertz at the Dominican Church of St. Andreas (Andrew). We celebrated Mass together at St Andreas, at the tomb of our brother St Albert the Great.

These rich experiences raised for us the question of the relationship of the Church with contemporary art, and the especially delicate question of Catholic contemporary artists who tend to feel caught between a Church that frequently doesn’t “get” art, and an often hostile secular art world. Mostly strongly though, we saw how, in a secular(ist) society, art is able to open a conversation in which the Word may be spoken

As we continue our mutual fraternal support, we’re looking to open future gatherings to Lay Dominicans, and also to organise events for other Catholic contemporary artists. And we’re planning an art festival for the jubilee of 2021, the jubilee of St Dominic’s death and of the birth of several Provinces. 

Dominic White OP

 

 

 

 

 

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