Thomas Eggensperger OP über das Verhältnis von Gustavo Gutiérrez OP zu M.-Dominique Chenu OP

 

Coverabb.: Tyrolia Verlag

[22.03.2021] Als Gustavo Gutiérrez im Juli 1968 im Vorfeld der Zweiten Generalversammlung der Lateinamerikanischen Bischöfe (Medellín) in der peruanischen Stadt Chimbote den Vortrag "Hacia una teología de la liberación" hielt und diesen Text in stark erweiterter Form im Dezember 1971 als Buch unter dem Titel Teología de la liberación. Perspectivas veröffentlichte, ahnte er nicht, welch nachhaltige Wirkungsgeschichte diese Publikation haben würde. In mehrere Sprachen übersetzt und in vielen Auflagen neu ediert, gehört Gutiérrez Theologie der Befreiung zu den bekanntesten theologischen Büchern des 20. Jahrhunderts und erfuhr sowohl begeisterte Zustimmung und intensive Rezeption als auch Kritik und Ablehnung.

In vier Teilen bietet der inzwischen dem Dominikanerorden beigetretene Gutiérrez eine eindrückliche Vermittlung von Gesellschaftsanalyse und Glaubensreflexion, von Soziologie und Theologie, politischer Positionierung und spiritueller Vertiefung, sozialer Emanzipation und kirchlicher Praxis und fragt in all dem nach den Beziehungen zwischen religiösem "Heil" und gesellschaftlicher "Befreiung". Die Herausforderung, angesichts bedrängender Erfahrungen von Armut und Unterdrückung das Verhältnis von "Befreiung" und "Erlösung" zu verstehen und theologisch (neu) zu begreifen, bildet den roten Faden dieses Buches, in dem Fragen der theologischen Erkenntnislehre, der Entwicklungstheorie, der Ethik und Politikwissenschaft genauso behandelt werden wie Themen der kirchlichen Pastoral, der Christologie und Soteriologie sowie der Eucharistielehre.

Zum 50-jährigen Jubiläum des Erscheinens dieses theologischen Klassikers beleuchten 16 Autorinnen und Autoren Aspekte der Theologie der Befreiung, wie sie Gustavo Gutiérrez konzipiert hatte, und begreifen diese Publikation als Ermutigung für Theologie und Kirche, im Geist dieses großen befreiungstheologischen Impulses in die Zukunft zu blicken.

Prof. Dr. Thomas Eggensperger OP, M.A. (Institut M.-Dominique Chenu Berlin / Philosophisch-Theologische Hochschule Münster) widmet sich in seinem Beitrag der Relation zwischen Gutiérrez und seinem Lehrer Marie-Dominique Chenu (1895-1990). Dazu erinnert er an eine Veranstaltung des Institut M.-Dominique Chenu Berlin im Jahr 2004 an der Universität Tübingen und unterzieht den dort von Gutiérrez gehaltenen, sehr persönlich gefärbten Vortrag mit Titel "Chenu -Theologian of the signs of the time" einer Relecture.

Die Dominikaner-Provinz Teutonia (Köln) hat zusammen mit anderen Organisationen die Publikation des von Prof. Dr. Michelle Becka (Universität Würzburg) und Prof. Dr. Franz Gmainer-Pranzl (Universität Salzburg) verantworteten Sammelbands mit einem Druckkostenzuschuss gefördert.  

 

Bibliographische Angaben: Thomas Eggensperger, Befreiungstheologie – eine Tochter Chenus? Gustavo Gutiérrez rezipiert M.-Dominique Chenu, in: Michelle Becka / Franz Gmainer-Pranzl (Hrsg.), Gustavo Gutiérrez: Theologie der Befreiung (1971/2021). Der bleibende Impuls eines theologischen Klassikers (Salzburger Theologische Studien Bd. 64 / Salzburger Theologische Studien interkulturell Bd. 21), Innsbruck – Wien 2021, 63-70. 

 

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1/2021: "Demokratie. Wie im Orden, so in Kirche"

Abbildung: www.wort-und-antwort.de

[04.03.2021] "Aus Anlass des diesjährigen 800. Todestags unseres Ordensgründers, des hl. Dominikus, sowie des Jubiläums der Gründung der norddeutschen Dominikaner-Provinz Teutonia und des Kölner Konvents ebenfalls vor 800 Jahren widmet sich diese Ausgabe von Wort und Antwort einem urdominikanischen Thema: Demokratie. Während demokratische Strukturen und katholische Kirche oft als miteinander unvereinbar gelten, stellt die demokratische Verfassung des Prediger- bzw. Dominikanerordens ein über Jahrhunderte bewährtes Modell für Partizipation und geteilte Verantwortung innerhalb der Kirche dar. Dafür steht nicht zuletzt auch die traditionelle Wahlurne mit ihren weißen und schwarzen ‚Bohnen‘ auf dem Titelbild, die zum Willensbildungsprozess einer Gemeinschaft zum Einsatz kommt. (...) Hoffen wir, dass die Beiträge in dieser Ausgabe Impulse für einen demokratischen Aufbruch in der gesamten Kirche setzen." (Editorial)  

 

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"Ordenskorrespondenz": Ulrich Engel OP schreibt über berühmten Bau Le Corbusiers

Foto: Michal Malton on Unsplash

[03.03.2021] Der Lockdown der Pandemie lässt in neuer Weise die „Systemrelevanz“ von Kultur erkennen. Das aktuelle Heft der Zeitschrift "Ordenskorrespondenz" (1/2021) widmet sich schwerpunktmäßig dem Verhältnis von Ordensleben und Kultur. Die Autorinnen und Autoren stellen sich in ihren Beiträgen der Frage, was eine „Kultur der Klöster“ sein kann. Das Themenspektrum der Beiträge ist weit: So sorgt sich der Chefredakteur der Kulturzeitschrift "Stimmen der Zeit", Dr. Stefan Kiechle SJ, um die Zukunft des kulturellen Wirkens der Ordensgemeinschaften überhaupt. Mehrere Beiträge der Nummer thematisieren die Frage nach dem Umgang mit dem kulturellen Erbe von Ordensgemeinschaften, wo diese selbst nicht mehr in der Lage sind, sich darum zu kümmern. So geht es etwa um die Kunst im Kloster, um Missionssammlungen und um klösterliche Immobilien. Zudem geht es um den Diskurs des Ordenslebens mit der Kultur im Bereich der Architektur oder im Bereich der Musik. Oder: Vermag ein Comic dem Leben eines Märtyrers und den Schrecken des Konzentrationslagers Dachau gerecht zu werden? Viele Menschen, die die Klöster besuchten, seien auf der Suche, meint der Erfurter Philosoph Prof. Dr. Holger Zaborowski

Prof. Dr. Ulrich Engel OP (Institut M.-Dominique Chenu Berlin / Philosophisch-Theologische Hochschule Münster) widmet sich in seinem Beitrag der Architektur und Theologie des Dominikanerkonvents „Sainte Marie de La Tourette“ im französischen Eveux-sur-Arbresle (Département Rhône). 1953 hatten die Predigerbrüder der Provinz Lyon den Architekten Le Corbusier 1953 mit dem Klosterneubau beauftragt. Unter dem Titel "Spiritueller Brutalismus" fragt Engel, nach der angemessenen (Bau-)Gestalt für eine radikal zeitgenössische Glaubensexistenz in der Spät-/Moderne. Diese definiert er als vorsichtig hoffend und radikal zweifelnd zugleich. "Le Corbusier hat in La Tourette solchem Vertrauen und solcher Angefochtenheit eine Gestalt aus Beton und Glas gebaut."

 

Bibliographische Angaben: Ulrich Engel, Spiritueller Brutalismus. Le Corbusier und das Dominikanerkloster Sainte-Marie de La Tourette, in: Ordenskorrespondenz 62,1 (2021), 53-58

 

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