Th. Dienberg OFMCap, Th. Eggensperger OP und U. Engel OP präsentieren neues Buch

[29.03.2018] Zeit-Management, Work Life-Balance und Freizeit sind brandaktuelle Themen, die gegen Stress, Burnout und digitale Omnipräsenz angeführt werden. Personalchefs, Gewerkschafter, aber auch Kirchenvertreter müssen allgemeine Erfordernisse und individuelle Bedürfnisse befriedigen: Nur zufriedene Mitarbeiter erbringen die erhoffte Leistung, nur überzeugte Arbeitgeber sind offen für alternative Beschäftigungsmodelle, die Work Life-Balance, Familienauszeiten und Sabbaticals zulassen. Für die Kirchen und die Gesellschaft wird dies existenziell: Sie leben davon, dass Gläubige Zeit und Muße finden, sich sozial und kirchlich zu engagieren. Hier setzt das Buch an: In Theologie und Spiritualität gibt es eine lange Tradition der Auseinandersetzung mit Freizeit und Muße. Das Buch der drei an der PTH Münster tätigen Professoren hebt diese Schätze und macht sie für das Leben heutiger Menschen fruchtbar.

Prof. Dr. Thomas Dienberg OFMCap (IUNCTUS Münster / PTH Münster: Theologie der Spiritualität) beleuchtet den „Umgang mit der Zeit“ auf der Basis einer Theologie der Spiritualität. Zeit-Erleben heute ist sowohl digitalisiert und entgrenzt als auch be- und entschleunigt, wobei gerade Letzteres oftmals nur ein noch zu erreichendes Desiderat darstellt. Das Zeit-Erleben steht unter den Konditionen der Geschichte, denn der Mensch lebt mit der gottgeprägten Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Dies gilt es nicht nur zu reflektieren, sondern auch zu konkretisieren.

Das Spannungsfeld „Arbeit, Muße, Langeweile“ – ein scheinbar unwirkliches Wechselverhältnis – wird seitens Prof. Dr. Thomas Eggensperger OP (Institut M.-Dominique Chenu Berlin / PTH Münster: Sozialethik) sozialethisch debattiert. In der Sozialgeschichte hat sich die Einstellung zu Muße, Langeweile oder acedia verändert: Die anfänglichen Reserven gegenüber diesen menschlichen Grundeinstellungen, theologisch zeitweise als Todsünde betrachtet, lösen sich zunehmend auf in eine positiv gerichtete Gestaltung von freier Zeit, die nicht totgeschlagen, sondern im Sinne einer Zeitsouveränität gestaltet wird. Arbeit und Freizeit sind heutzutage weniger Antipoden als vielmehr Partner.

In systematisch-theologischer Hinsicht untersucht Prof. Dr. Ulrich Engel OP (Institut M.-Dominique Chenu Berlin / PTH Münster: Philosophisch-theologische Grenzfragen) Dauer und Ende der Zeit. Seine Tiefenbohrungen im Anschluss an die Philosophen Walter Benjamin und Giorgio Agamben wollen der begrenzten (Lebens-)Zeit Positives abzugewinnen. Nur wo die Zeit theologisch als endlich gedacht und in diesem Sinne gelebt wird, gewinnt menschliches Leben Tiefe. Benjamin argumentiert mit der (säkularisierten) Figur des Messias. Agamben erkennt in den Texten des hl. Paulus einen qualitativ neuen Zeitbegriff, der die „Jetztzeit“ vom „Ende der Zeiten“ her zu deuten versucht.

 

Bibliographie: Thomas Dienberg / Thomas Eggensperger / Ulrich Engel, Zeit ohne Ewigkeit. Lebensgefühl und Last des gehetzten Menschen, Matthias Grünewald Verlag Ostfildern 2018, 124 S., geb., € 22,00, ISBN 978-3-7867-3093-4.

 

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Berliner Journalist im GKP-Interview

[05.03.2018] P. Max Cappabianca OP wurde 1971 in Frankfurt am Main geboren, seine Eltern stammen aus Neapel (Italien). 1996 trat er in den Dominikanerorden ein. Nach der Priesterweihe im Jahr 2000 Tätigkeit als Kaplan in der Düsseldorfer Altstadt. 2003-2005 journalistisches Volontariat bei der Katholischen Fernseharbeit und dem IFP. 2006-2009 Redakteur in der deutschen Sektion von Radio Vatikan. 2009-2016 Mitarbeiter der vatikanischen Ostkirchenkongregation und weiter Mitarbeit bei Radio Vatikan. Seit 2017 kath. Hochschulpfarrer an den Universitäten und Hochschulen in Berlin und Sprecher des Verkündigungsformats „So gesehen“ bei SAT1 (Samstagnachmittag). Er ist Mitglied der Dominikanerkommunität am Institut M.-Dominique Chenu Berlin. Im Rahmen der Interview-Reihe "7 Fragen an..." sprach die "Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands e.V." (GKP) mit Max Cappabianca OP.

GKP: Ihr persönlicher Weg zum Journalismus?

Max Cappabianca OP: Es begann 1999 mit einem 9-monatigen Praktikum beim „Jour du Seigneur“ Paris, der katholischen Fernseharbeit bei „France2“: Jeden Sonntag gestaltet ein Team von 40 Leuten eineinhalb Stunden Programm (Magazinsendung, Messübertragung). Ich war damals gerade fertig mit dem Theologiestudium und konnte erleben, wie wichtig die Medien für die Kirche in Frankreich sind, einem Land, das viel stärker säkularisiert ist als Deutschland. Als Kaplan in Düsseldorf habe ich 2000 und 2002 zwei ZDF-Fernsehgottesdienste gefeiert. 2003 schließlich die Entscheidung, ein journalistisches Volontariat bei der Katholischen Fernseharbeit der Deutschen Bischofskonferenz in Frankfurt zu absolvieren. Seitdem bin ich in unterschiedlichster Weise journalistisch unterwegs.

 

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IMDC, ZAP und empirica stellen ihre Forschungsergebnisse vor

[02.03.2018] Unter dem Motto „Should I stay or should I go“ diskutierten am 28. Februar und 1. März 2018  rund 100 Teilnehmer aus ganz Deutschland in der Katholischen Akademie "Die Wolfsburg" in Mülheim über die Kirchenaustrittsstudie des Bistums Essen und entwickelten Strategien, um die Menschen in der Kirche zu halten.

Junge Menschen treten aus der Kirche aus. Negative Erfahrungen mit der Kirche bestärken den Austritt. Taufe, Hochzeit und Beerdigung stehen noch immer stark im Fokus. Das hat die Kirchenaustrittsstudie des Bistums Essen gezeigt. Sie war die Basis für die zweitägige Tagung „Should I stay or should I go“ in der Katholischen Akademie „Die Wolfsburg“ in Mülheim – eines von 20 Zukunftsbildprojekten des Bistums Essen. Dass bei dieser Tagung das Thema Kirchenaustritte überhaupt einmal offen und ehrlich diskutiert wurde, war für Generalvikar Dr. Klaus Pfeffer schon ein Erfolg an sich. „Es ist total wichtig, auf den Punkt zu bringen, was die Kirchenaustritte für uns bedeuten – dass nämlich der Ast, auf dem wir sitzen, brüchig wird“, betonte Pfeffer. Sein Wunsch: Ein solcher Dialog über Kirchenaustritte, aber auch mit den Menschen, die ihre Kirche verlassen haben oder in Distanz zu ihr stehen, auf Bundes-, Bistums- und Pfarreiebene.

Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck warb für eine „Kirche in Bewegung“, die Menschen möglichst vielfältig anspricht und bestenfalls auch denen eine Heimat gibt, die nur selten kirchliche Angebote nutzen. Jan Niklas Collet, Wissenschaftlicher Projektmitarbeiter am Institut M.-Dominique Chenu Berlin, und Prof. Dr. Ulrich Engel OP, Direktor des Instituts M.-Dominique Chenu Berlin (Foto v.l.n.r.), erweiterten das Ziel auf eine „soziale Bewegung“. „Kirche muss eine Kirche mit offenen Rändern sein“, sagte er. Eine kirchliche Bewegung also, die fließende Übergänge zwischen Gruppen und Mitgliedern erlaubt, sie nicht starr nach Rollen und Funktionen hierarchisiert - und die zugleich engagiert Schritte auf dem Weg der Verwirklichung des Reiches Gottes geht.

 

Mehr zur Tagung in Mülheim auf der Website des Bistums Essen >>

Weitere Informationen zur Studie auf der Website des Herder-Verlags >> 

Ausgewählte Besprechungen zur Studie:

- Rheinische Post, Düsseldorf >>

- katholisch.de, Bonn >>

- Domradio.de, Köln >>

- Neues Ruhr-Wort, Gelsenkirchen >>

- Tag des Herrn, Berlin u.a. >>

 

 

 

 

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