Ulrich Engel OP referiert vor den Superioren der österreichischen Männerorden

 

[25.11.2014] Die Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften Österreichs hatte Prof. Dr. Ulrich Engel OP (Institut M.-Dominique Chenu / Philosophisch-Theologische Hochschule Münster) dieses Jahr als Gastredner zu ihrer Vollversammlung eingeladen. Am 24. November 2014 sprach Engel im Kardinal König-Haus in Wien vor ca. 100 Äbten, Generaloberen und Provinzialen sowie vor Vertreterinnen der Frauenorden des Alpenlandes zum Thema "Reserve der Zukunft?" Der Berliner Fundamentaltheologe nahm damit ein Zitat von Papst Franziskus auf, versah es kritisch mit einem Fragezeichen und fragte im Anschluss an seinen Lehrer Johann Baptist Metz nach Wegen von Mystik und Politik der Nachfolge unter postmodernen Bedingungen. Ihn interessierte vor allem die temporale Verfasstheit des Ordenslebens am Beginn des 21. Jahrhunderts und die damit einhergehenden Notwendigkeit, wieder stärker "jetztzeitig" zu werden. Eine lebhafte Diskussion um die von Engel geforderte De-Institutionalisierung der Ordensgemeinschaften schloss sich an.

 Bericht über die Veranstaltung auf KATHweb >>

 Bericht auf der Website der Ordensgemeinschaften Österreichs >>

 

 

 

 

Joachim Kügler: "Jesus, der Kult und die Priester der Kirche"

 

[22.11.2014] Der Beitrag "Jesus, der Kult und die Priester der Kirche" des Bamberger Neutestamentlers Prof. Dr. Joachim Kügler - erstveröffentlich in der Dominikanerzeitschrift Wort und Antwort 46 (2005), S. 5-10 - erfährt aktuell ein zweites Leben. Der Text wurde in den von J. Kügler und seiner Salzburger Kollegin Marlis Gielen verantworteten Sammelband "Papst Franziskus und die Zukunft der Kirche. Neutestamentliche Orientierungsangebote" (S. 233ff.) aufgenommen.

Kügler schreibt u.a.: „(…) Je nach theologischem Temperament wird man den Rückzug des Priestertums auf den Beharrungswillen der Kirchenleitung, den bösen Zeitgeist oder auf die göttliche Vorsehung zurückführen. Wie auch immer – das katholische Priestertum war so lange ein prägendes Element kirchlicher Selbstkonstitution, dass es auf jeden Fall lohnt, sich damit zu beschäftigen, auch auf die Gefahr hin, damit fast nur noch historische Arbeit zu leisten. Das muss freilich den Bibelwissenschaftler, der ohnehin Spezialist für Vergangenes ist, nicht weiter stören. Was viel störender sein mag, ist die Art, wie die Frage nach dem Priestertum beantwortet wird, wenn man sie an das Neue Testament stellt. (…) Gemeinden, die ihre Existenz zukünftig ohne Priester organisieren müssen, brauchen keinen Dompteur, der sie ab und zu in eine bis zur Erstarrung durchgeregelte Prozedur zwängt, die rechtlich ebenso unbedenklich wie spirituell unerheblich ist, weil sie mit der ipsissima intentio Jesu kaum etwas zu tun hat. (…)"

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Bernhard Kohl OP: Beitrag in "Irritatio" 2014

 

[20.11.2014] In der neuen Nummer der Zeitschrift "Irritatio. Informationen und Anregungen für Kirche und Hochschule" (Ausgabe 2014) schreibt Bernhard Kohl OP, Dipl.-Theol., Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut M.-Dominique Chenu Berlin und Studierendenseelsorger der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) Edith Stein Berlin, über das Thema "Gastfreundschaft".

Ausgehend von Jacques Derrida hebt Kohl den paradoxalen Charakter der Gastfreundschaft hervor:

"Wenn man dem französischen Philosophen Jacques Derrida folgt, dann hat Gastfreundschaft immer einen paradoxen Charakter (Derrida 2007). Diese Annahme begründet sich in drei Überlegungen. Erstens betrachtete Derrida die absolute Andersheit des Gastes als Vorbedingung der Gastfreundschaft. Aus ihr erwächst die Verpflichtung, den Gast als einen absolut Anderen zu empfangen, seine eigene Souveränität zurückzustellen und Gastfreundschaft absolut und unbedingt zu offerieren. Gleichzeitig setzt Gastfreundschaft Ungastlichkeit, Bedingtheit voraus. Gastfreundschaft kann nur gewährt werden, wenn ich als Gastgeber ein Haus besitze, dessen Türen ich öffnen; wenn ich Grenzen gezogen habe, die jemand überschreiten; wenn ich Besitz habe, den ich teilen kann. Beides folgt dabei nicht nacheinander, sondern im selben Augenblick, mehr noch: Der gastfreundliche Augenblick entsteht aus und in diesem Widerspruch. (...)"

 Lesen Sie weiter (PDF-Link "zum Heft" anklicken, S. 40f.): >>

 

 

 

 

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