Ulrich Engel OP veröffentlicht Artikel zu widerständiger Reich Gottes-Praxis

 

Abb.: Pustet

[20.10.2021] Drohen rechte Positionen "normal" zu werden in der Gesellschaft? Ausgangspunkt für eine Antwort ist eine sozialwissenschaftliche Analyse rechter Positionen und ihres gesellschaftlichen Kontextes. An welche Diskurse und gesellschaftlichen Entwicklungen schließen diese an? Wie tragen sie dazu bei, nationalistisch-völkische, antifeministische und antidemokratische Positionen zu etablieren?

Die theologischen Reflexionen des jüngst publizierten Buches sehen die Frage nach dem Umgang mit der "rechten Normalisierung" nicht bloß als eine pragmatische, sondern als eine genuin theologische: Kann eine politische Theologie hier gegensteuern? Welche theologischen Kriterien lassen sich im Rahmen einer Theologie des Reiches Gottes gewinnen? Können sich die Kirchen als neutrale Räume der Begegnung unterschiedlicher Positionen verstehen? Wo braucht es ihre Parteilichkeit und prophetische Unterbrechungen

Das Buch ist entstanden aus einem Protest von Theolog*innen und anderen Aktivist*innen gegen die Einladung eines AfD-Vertreters zum Katholikentag 2018 in Münster. Eine Tagung im Haus am Dom in Frankfurt/M. suchte Anfang 2020 die Argumente im Streit um die damalige Entscheidung von ZdK und Katholikentagsleitung wie auch - in größerer Perspektive - das, was hier mit "rechter Normalisierung" beschrieben wird, kritisch zu diskutieren. Maßgeblich initiiert wurde die Debatte wie auch die Frankfurter Tagung von den Mitgliedern des AK Politische Theologie, der im Umfeld des Instituts für Theologie und Politik (Münster) beheimatet ist.

Auf Einladung des AK Politische Theologie referierte Prof. Dr. Ulrich Engel OP (Institut M.-Dominique Chenu Berlin / Phil.-Theol. Hochschule Münster) in Frankfurt zu kollektiven Reich Gottes-Praxen im Konjunktiv. Eine erweiterte Fassung des Vortrags findet sich in dem Sammelband der Tagung. Im ersten Abschnitt seines Textes setzt Engel an bei Franz Kafka und seiner Erzählung „Vor dem Gesetz“ einschließlich der entsprechenden Interpretationen von Jacques Derrida und Judith Butler. Mit diesen – Kafka, Derrida und Butler – stellt er das vom ZdK vorgebrachte Argument der demokratischen Notwendigkeit hinsichtlich seines normativen Anspruchs in Frage. Walter Benjamin folgend liest Engel im zweiten Teil seines Textes dessen Essay „Kritik der Gewalt“ einschließlich der Deutung von Jacques Derrida. In „Kritik der Gewalt“ sucht Benjamin einen Punkt jenseits der faktischen Rechtsordnung zu bestimmen, von dem aus eine rein formal begründete Rechtsgewalt kritisiert werden kann. Der dort gesuchte Punkt kann nach Meinung von Engel in theologischer Hinsicht als Reich Gottes-Praxis beschrieben werden. Im dritten Abschnitt schließlich bezieht sich der Autor auf drei (z. T. vergessene) Theologen – Erik Peterson, Hermann Keller OSB und Ignatius Th. Eschmann OP –, die sich allesamt in faschistischer Zeit und machtkritischer Absicht politisch-theologisch mit dem Reich Gottes-Begriff auseinandergesetzt haben. Mit ihrer Hilfe sucht Engel den mit Benjamin eruierten Punkt der Reich Gottes-Praxis inhaltlich näher bestimmen.

 

 

Bibliographie: Ulrich Engel, Kollektive Reich Gottes-Praxen im Konjunktiv. Politisch-theologische Reflexionen wider die rechte Normalisierung, in: Jan Niklas Collet / Julia Lis / Gregor Taxacher (Hrsg.), Rechte Normalisierung und politische Theologie. Eine Standortbestimmung, Verlag Friedrich Pustet Regensburg und Institut für Theologie und Politik Münster 2021, 280 Seiten, ISBN/EAN: 9783791732879, Preis: 26,95 €, S. 139–157. 

 

Zum Buch auf der Website des Pustet Verlags (Regensburg) >>

 

Zur Website des Instituts für Theologie und Politik (Münster) >>

 

Zur Website des Haus am Dom (Frankfurt/M.) >>

 

 

 

 

 

 

Deutsche Bischofskonferenz: Dr. Dennis Halft OP zum Berater berufen

 

Abb.: katholisch.de

[29.09.2021] Auf der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz wurde Dr. Dennis Halft OP, Dipl.-Theol. (Theologische Fakultät Trier / Institut M.-Dominique Chenu Berlin) für die Arbeitsperiode 2021-2026 zum Berater der Unterkommission für den Interreligiösen Dialog gewählt.

Die Unterkommission für den Interreligiösen Dialog ist der Kommission Weltkirche (X) zugeordnet und nimmt einen dreifachen Auftrag wahr: Sie setzt sich für die Verbesserung der Rahmenbedingungen für den christlich-islamischen Dialog ein, sie erarbeitet kirchliche Positionen im Dreiecksverhältnis Kirche – Staat – Islam und sie gestaltet den Dialog der deutschen Bischöfe mit führenden Vertretern des Islam. Mitglieder der Unterkommission sind Dr.  Bertram Meier, Bischof von Augsburg (Vorsitzender), Dr. Karlheinz Diez, Weihbischof in Fulda, und Wilhelm Zimmermann, Weihbischof in Essen.

Wir gratulieren Dennis Halft OP zu seiner Ernennung!

 

 

 

  

 

Theologisches Symposium zum 60. Geburtstag von Prof. Dr. Ulrich Engel OP

 

Abb.: KAAD

[12.09.2021] Teilnehmer*innen aus Großbritannien, Spanien, Italien, der Schweiz und Deutschland haben sich Mitte September 2021 auf Anlass des 60. Geburtstags von Prof. Dr. Ulrich Engel OP (Institut M.-Dominique Chenu Berlin / Campus für Theologie und Spiritualität Berlin / PHT Münster) zu einem wissenschaftlichen Symposium zum Thema "Apologie der Verschiedenheit" in Berlin zusammengefunden. Organisiert von drei Schülern des Jubilars - Jan-Niklas Collet, Dr. Rainer Gottschalg und Dr. Florian Kleeberg - versammelte das Treffen Weggefährt*innen zu Vorträgen und Diskussionen, die allesamt ihren gedanklichen Ausgangspunkt von dem Text "Apologie der Verschiedenheit" des französischen Intellektuellen Michel de Certeau SJ (1925-1986) nahmen.

Eingeleitet wurde das Treffen im Militärbischofsamt von Ulrich Engel mit einer an de Certeau Maß nehmenden philosophisch-theologischen Reflexion über die Frage, ob, und falls ja: wie Erfahrungen gemeinschaftlicher (Glaubens-)Praxis spätmodern überhaupt noch möglich sind. Daran anschließend diskutierte Felix Geyer ISch (München / Institut M.-Dominique Chenu Berlin) den Erfahrungs- und Religionsbegriff des philosophischen Pragmatismus als vorläufige Erweiterung des Denkens der Verschiedenheit. Dr. Daniel Barreto (Universidad de Las Palmas de Gran Canaria) thematisierte die Übersetzungstheorie Franz Rosenzweigs. Dr. Michael Hoelzl (University of Manchester) fragte nach den Grundproblemen pastoraler Herrschaft und ihrer politischen Aktualität. Dr. Dr. Teresa Forcades i Vila OSB (Benediktinerinnenabtei Montserrat/Katalonien) untersuchte Certeaus Théologie de la Différence aus der Perspektive der klassischen trinitarischen Theologie insbesondere in Bezug auf die Theologie des Thomas von Aquin. Dr. Dennis Halft OP (Universität Trier / Institut M.-Dominique Chenu Berlin) skizzierte im historischen Angang die Konturen einer Jüdischen "Theologie der Verschiedenheit" nach der Shoah im Denken von André Neher (+ 1988). Prof. Dr. Felix Körner SJ (Pontificia Università Gregoriana, Rom) entwarf eine Theologie der Andersheit im Blick auf das aktuelle Verhältnis zwischen Christentum und Islam. Dr. Rainer Gottschalg (ZdK Bonn) befasste sich mit Weltbegegnung im Modus der Digitalität. Dr. Florian Kleeberg (Bistum Münster) fragte nach den Folgen einer Theologie der Verschiedenheit für diverse menschliche Beziehungsformen. Jan Niklas Collet (Universität Köln) dachte Certeaus Apologie der Verschiedenheit in befreiungstheologischer Perspektive weiter im Blick auf die heute vielerorts anzutreffenden Tendenzen einer rechten Normalisierung. Das Symposium, das die Teilnehmenden auch zu verschiedenen Gebetseinheiten und gemeinsamen Mahlzeiten zusammenkommen lies, schloss mit einem Festvortrag von Prof. Dr. Thomas Eggensperger OP (Institut M.-Dominique Chenu Berlin / PHT Münster), der Meister Eckharts "Reden der Unterscheidung" einer Relecture unterzog und so auch - v.a. im Gehorsamsbegriff - ihr machtkritisches Potential deutlich machen konnte. 

 

 

 

 

  

 

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