Ulrich Engel OP referiert beim AK Liturgiewissenschaft in Würzburg 

 

Abb.: ordensgemeinschaften.at

 

[31.08.2022] In vielfältiger Weise begegnet im Kontext der Liturgiewissenschaft die Kennzeichnung des Gottesdienstes als „Ereignis“. Aus fundamentaltheologischer Perspektive stellt sich die Frage, was ein Ereignis eigentlich ausmacht.

Auf Einladung des AK Liturgiewissenschaft im deutschsprachigen Raum, der dieses Mal in Würzburg zu seiner wissenschaftlichen Jahreskonferenz  zusammen gekommen war, rekonstruierte Prof. Dr. Ulrich Engel OP (Institut M.-Dominique Chenu Berlin / Campus für Theologie und Spiritualität Berlin) in seinem Vortrag am 30. August 2022, welche einschneidenden Konsequenzen unvorhergesehene Ereignisse zeitigen: Identitätskrise, Machtkritik, Subjektwerdung, Universalismusbegründung. Mit dem französischen Philosophen Alain Badiou (* 1939), auf den sich Engel wesentlich bezog, ist zu zeigen, was Treue gegenüber dem Ereignis heißt. 

Interessanterweise hat der erklärte Marxist Badiou seine Ereignistheorie nicht nur ontologisch ausgearbeitet, sondern auch an der „Fabel“ des Damaskus-Ereignisses des hl. Paulus expliziert. An Hand von Badious Auslegung von Apg 9,1–22 befragte Engel die heute geläufige liturgische Aktualisierung des Christusereignisses kritisch. In pastoralliturgischer Hinsicht wurde anschließend diskutiert, warum viele Menschen in gottesdienstlichen Vollzügen deren Ereignishaftigkeit nicht (mehr) wahrnehmen (können).

Das Thema der Gesamttagung lautete: "Liturgia / ecclesia semper reformanda?! Das Wechselverhältnis von Liturgie und Ekklesiologie in den aktuellen Reformdebatten der römisch-katholischen Kirche" (29. August - 2. September 2022).

 

 

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